Hans Sachs (Die Gartenlaube 1861)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: X.
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Hans Sachs
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 6, S. 96
Herausgeber: Ferdinand Stolle
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1861
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[96] Hans Sachs, das Vorbild der späteren Meistersänger, geboren am 5. November 1494 zu Nürnberg, dichtete sein erstes Meisterlied als Schuhmachergesell an seinem 20. Geburtslage auf der Wanderschaft zu München, sein letztes am Sylvesterabende des Jahres 1569 als ehrsamer Meister und „Rathsverwandter“ zu Nürnberg, hat also volle 55 Jahre lang den Pegasus geritten. Wie wacker er das Musenroß, das er am gedachten Sylvesterabende in den wohlverdienten Ruhestand versetzte (er selbst starb am 25. Januar 1576, im 82. Lebensjahre), getummelt, geht daraus hervor, daß er nicht weniger als 4275 Meisterlieder, 208 „traurige Tragedie“ und „fröhliche Comedias“ und 1565 „kurtzweilige Schwänke und Reimspiele“, in Summa also 6048 größere und kleinere poetische Piecen, fertigte. Mit dieser gewaltigen Productivität, die uns doppelt unbegreiflich ist, wenn wir bedenken, daß Hans Sachs während des größten Theiles seines Lebens neben dem Meistergesänge auch fleißig Pfriemen und Ahle handhabte, steht der Nürnberger Meister jedoch keinesweges vereinzelt da. Er ward an Productivität, wenn man nämlich nicht sowohl auf die Zahl, als aus das Volumen der Werke sieht, von Don Pedro Calderon de la Barca (geboren im Februar 1600 zu Madrid, gestorben daselbst am 25. Mai 1681) erreicht, und von dessen Landsmann und zum Theil Zeitgenossen Felix Lope de Bega (geboren 1562, gestorben 1635) noch übertroffen. Ersterer, dessen poetische Thätigkeit allerdings einen sechsundsechzigjährigen Zeitraum, vom 14. nämlich bis zum 80. Lebensjahre, umfaßt, schrieb 128 mehractige Dramen (zumeist Intriguenstücke und historische Schauspiele), größere Frohnleichnams-Stücke und Passionsspiele, etwa 200 Vorspiele und über 100 Divertissements; Lope de Bega aber, welcher etwa die gleiche Zeit wie Hans Sachs dichterisch thätig war, schrieb 2 große Epopöen, 5 mythologische Stücke, 4 große historische Gedichte, 8 Novellen in Prosa, an 1500 Comödien, mindesten 500 Autosacramentales, Loas, und Saynetes, ein großen komischen Heldengedicht, ein Dutzend größerer didaktischer und beschreibender Gedichte und eine Unzahl von Sonetten, Oden, Romanzen, Elegien und Episteln. Eine „beschränkte Auswahl“ seiner Werke, welche im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts in Madrid erschienen, füllt einundzwanzig ziemlich starke Bände!

X.