Hexenbutter

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Unbekannt
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Hexenbutter
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 141–142
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[141]
Hexenbutter.

Ein Schneider zu Kappel unter Windeck, welcher in einem dortigen Haus arbeitete, hatte bemerkt, daß die Frau, [142] vor dem Butterstampfen, den Stämpel mit einer Salbe bestrich, worauf sie augenblicklich aus nur wenig Rahm eine Menge der schönsten Butter gewann. Als das Weib auf eine Weile aus der Stube gegangen war, nahm der Schneider aus dem Salbbüchschen, das auf dem Thürgesims stand, etwas von jener Salbe und hieß seine Frau, nur ein wenig Rahm zu nehmen und zu buttern. Sogleich fand sie zu ihrem höchsten Erstaunen einen großen Butterklumpen im Butterfaß. Von diesem zu genießen oder wegzugeben, verbot ihr Mann strenge, mit der Bemerkung, er habe nur einen Versuch anstellen wollen. Am nächsten Morgen, als dieser Mann bei Tagesanbruch in den benachbarten Wald ging, begegnete ihm ein schmucker Jäger, hielt ihn an und sprach: „Du hast gestern meine Kunst geübt und mußt dich daher in mein Buch einschreiben!“ – wobei er ihm ein schwarzes Buch nebst einer Hahnenfeder vorhielt. Der Schneider, sonst ein gottesfürchtiger Mann, schrieb in dasselbe nur, statt seines Namens, die Buchstaben der Kreuzestafel: J. N. R. J. Da ließ der Jäger, welcher Niemand anders als der Teufel selbst war, das Buch mit Entsetzen fallen und verschwand unter greulichem Gestank. Der Schneider hob das Buch auf und bracht’ es in’s Kappler Pfarrhaus, wo es der Pfarrer alsbald den Flammen übergab.

(Siehe Mone’s „Anzeiger etc.“ Jahrg. 1839.)