Hilpertsloch

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Autor: Alois Wilhelm Schreiber
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Titel: Hilpertsloch
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 308–309
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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Quelle: Scans auf commons und Google
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[308]
Hilpertsloch.

Hülffurth, (Hilpert) hieß ursprünglich der Berg, der jetzt als höchst anmuthiger Landsitz unter dem Namen Amalienberg am linken Ufer der Murg blüht. Am Abhange gegen den Fluß sieht man in dem Felsen den Eingang einer Höhle, die sich tief in den Berg hinein zieht. Seit lange hat es Niemand gewagt, in diesen finstern, mit mephitischen Dünsten geschwängerten Gang einzudringen; der Sage nach soll er sich bis unter die Spitalkirche in Baden hinziehen und früher eine reiche Ausbeute an verschiedenen Erzen geliefert haben.

Vor vielen Jahren kam ein Bergknappe, welcher Arbeit [309] suchte, in das Murgthal. Da er auch hier keine Beschäftigung finden konnte, wollte er wenigstens die Gegend etwas näher kennen lernen und gelangte auf seinen Streifereien an den Eingang jener Höhle. Er trat hinein und stellte Untersuchungen an, die günstig für ihn ausgefallen seyn müssen, denn er ließ sich jetzt häuslich in Gaggenau nieder, verheirathete sich daselbst und man sah ihn jeden Morgen mit seinem Gezäh’ nebst Grubenlicht der Höhle zu wandern, von der er spät Abends erst, die Ausbeute des Tages in einem Sacke mit sich tragend, wieder heimzukehren pflegte. Niemand wußte, was er in dem Gange treiben, noch was er an Erzen gewinnen mochte. Es mußte jedoch nicht unbedeutend gewesen seyn, denn er lebte mit seinem Weibe ganz wohlhabend und gemächlich.

So ging es viele Jahre hindurch; eines Morgens aber waren der Bergmann und sein Weib aus Gaggenau verschwunden und Niemand konnte seitdem erfahren, wohin dieselben gekommen.

Hilpert hieß der Bergmann und von ihm erhielt die Höhle den Namen: Hilpertsloch.

(Siehe Al. Schreiber’s „Sagen aus den Rheingegenden etc.“)