Institute für Körpergewichtswägungen

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor:
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Institute für Körpergewichtswägungen
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 8, S. 136
Herausgeber: Ernst Ziel
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1882
Verlag: Verlag von Ernst Keil
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
korrigiert
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[136] Institute für Körpergewichtswägungen. Der in Nr. 2 des Jahrgangs 1881 der „Gartenlaube“ von Geh. Medicinalrath Professor Beneke in Marburg gegebenen Anregung zufolge sind in verschiedenen Städten (Hamburg, Bremen, Berlin, Stettin u. a.) Körpergewichtsbestimmungs-Institute eingerichtet oder in der Errichtung begriffen, und dieselben haben sich sowohl den Aerzten wie dem Publicum als sehr willkommene und nützliche Einrichtungen bewährt. Die regelmäßig, bei Kindern halbjährlich vorgenommenen Wägungen, einschließlich der gleichzeitigen Längenmessungen des Körpers, verschaffen den Eltern derselben eine fast absolute Gewißheit darüber, ob die gesundheitsgemäße Entwickelung ihrer Kinder in normaler Weise fortschreitet oder ob ein äußerlich vielleicht noch gar nicht wahrnehmbarer Krankheitszustand vorhanden ist. Die für den letzteren Fall zu erlangende Gewißheit giebt dann Veranlassung, rechtzeitig der Entwickelung einer weiteren Erkrankung vorzubeugen, und es werden so nicht nur manche Sorge, sondern auch viele Kosten erspart.

In den Jahresberichten des Vereins für Kinder-Feriencolonien finden wir fast überall die Körpergewichte der Kinder vor der Abreise, nach der Rückkehr und einige Monate nach der letzteren als Beweise für die Zuträglichkeit der Ferienaufenthalte im Walde oder auf dem freien Lande angeführt. Bei der immer wachsenden Theilnahme an den Feriencolonien sollte dafür gesorgt werden, daß in allen Städten, welche Feriencolonien einrichten, ein zuverlässiges Körperwägungs-Institut besteht.

Für den Arzt haben sich die Institute als besonders werthvoll herausgestellt. Nicht nur, daß sie demselben ein zuverlässiges Urtheil darüber verschaffen, ob ein Kind oder ein Patient überhaupt ein für sein Alter normales Körpergewicht besitzt, – ein Urtheil, welches oft durch den bloßen Augenschein durchaus nicht gewonnen werden kann – die Wägungen sind auch fast unentbehrlich, um den richtigen Fortschritt in der Genesung von Krankheiten zu constatiren, oder um Gefahren vorzubeugen, wie denn zum Beispiel ein englischer Arzt (Dr. Dobell) nachgewiesen hat, daß die schwindsüchtigen Zustände meistens, ehe noch irgend ein locales Leiden nachzuweisen ist, mit einer Körpergewichtsabnahme, als erstem wichtigstem Symptome beginnen.

Man hat den Werth der Körperwägungen noch lange nicht genügend erkannt. Das Pfund Butter oder der Sack Reis, welchen die Mutter für ihre Kinder kauft, pflegt sie als gute Hausfrau sorgfältig nachzuwiegen, um keinen Schaden zu leiden. Darf ihr das Gewicht ihres Kindes gleichgültiger sein und wird durch die Bestimmung desselben nicht oft der größte Schaden verhütet werden?!

Seit der Aufforderung zur Errichtung von Körperwägungsstuben ist bei Theodor Firsten in Cassel ein „Lebensbuch“ von einem nicht genannten Verfasser erschienen, welches bestimmt ist, ganz regelmäßige Aufzeichnungen über die Entwickelung des einzelnen Kindes, und so auch über sein von Halbjahr zu Halbjahr fortschreitendes Körpergewicht in sich aufzunehmen. Es sei dieses Buch, als mit den Zwecken der Körpergewichtsbestimmungen in nächstem Zusammenhänge stehend, hiermit dringend empfohlen. Die Zwecke und Aufgaben desselben finden sich in einer Vorrede zu dem Buche ausführlich erörtert.