Japanischer Firnißbaum in Deutschland

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Titel: Japanischer Firnißbaum in Deutschland
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 5, S. 163
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1892
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[163] Japanischer Firnißbiaum in Deutschland. Der japanische Lack wird in gewerblichen Kreisen hoch geschätzt; er wird aus dem Safte eines in Japan wild wachsenden Baumes gewonnen, der Rhus vernicifera, der bald japanischer Firnißbaum oder Lackbaum, bald Giftesche genannt wird. Den letzteren Namen hat er darum erhalten, weil seine Ausdünstungen zur Zeit der stärksten Vegetation im Frühling bei empfindlichen Personen Hautentzündungen und Ausschläge hervorrufen sollen. Obwohl der Baum schon seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts in Europa eingeführt und von Liebhabern hier und dort angepflanzt wurde, schenkte man ihm doch keine besondere Aufmerksamkeit, so daß er schließlich nur in wenigen botanischen Gärten zu sehen war. Im Jahre 1875 nun unternahm Professor Rein im Auftrage der deutschen Regierung eine Studienreise nach dem Orient und hielt sich zwei Jahre in Japan auf. Von dort brachte er Samen der besten Sorten des japanischen Firnißbaumes mit, der in dem botanischen Garten zu Frankfurt a. M. ausgesät wurde. Aus diesem Samen wurden 40 Stück Lackbäume im Freien gezogen, die auch Samen ansetzten und vollständig zur Reife brachten. Im Herbst letzten Jahres ging nun Prof. Rein daran, aus diesen Bäumen die erste „Lackernte“ zu gewinnen. Obwohl die Ausbeute vorläufig nur eine bescheidene war, so scheint doch der Saft ebenso gut zu sein wie der in Japan gewonnene. Es wurde aus demselben der erste japanische Lack in Deutschland bereitet und man hat auch frischen Samen aus Japan bestellt, welcher der deutschen Gartenbaugesellschaft überwiesen werden soll, damit Liebhaber in die Lage versetzt werden, diesen nützlichen Baum zu ziehen.

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