Jetzt wohin?

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Textdaten
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Autor: Heinrich Heine
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Titel: Jetzt wohin?
Untertitel:
aus: Romanzero. Zweites Buch. Lamentationen.
Seiten 159-160.
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1851
Verlag: Hoffmann und Campe
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Hamburg
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google und Scans auf Commons
Kurzbeschreibung:
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
Romanzero (Heine 1851) 159.jpg
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[159]

 Jetzt wohin?

Jetzt wohin? Der dumme Fuß
Will mich gern nach Deutschland tragen;
Doch es schüttelt klug das Haupt
Mein Verstand und scheint zu sagen:

5
Zwar beendigt ist der Krieg,

Doch die Kriegsgerichte blieben,
Und es heißt, du habest einst
Viel Erschießliches geschrieben.

Das ist wahr, unangenehm

10
Wär’ mir das Erschossen-werden;

Bin kein Held, es fehlen mir
Die pathetischen Geberden.

Gern würd’ ich nach England geh’n,
Wären dort nicht Kohlendämpfe

15
Und Engländer – schon ihr Duft

Giebt Erbrechen mir und Krämpfe.

[160]
Manchmal kommt mir in den Sinn

Nach Amerika zu segeln,
Nach dem großen Freiheitstall,

20
Der bewohnt von Gleichheits-Flegeln –


Doch es ängstet mich ein Land,
Wo die Menschen Tabak käuen,
Wo sie ohne König kegeln,
Wo sie ohne Spuknapf speien.

25
Rußland, dieses schöne Reich,

Würde mir vielleicht behagen,
Doch im Winter könnte ich
Dort die Knute nicht ertragen.

Traurig schau ich in die Höh’,

30
Wo viel tausend Sterne nicken –

Aber meinen eignen Stern
Kann ich nirgends dort erblicken.

Hat im güldnen Labyrinth
Sich vielleicht verirrt am Himmel,

35
Wie ich selber mich verirrt

In dem irdischen Getümmel. –