Johann Kurtz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johann Kurtz
Johann Kurtz
[[Bild:|220px]]
Curtus, Curti
* wohl 1470/80 in Ebersbach bei Kaufbeuren
† Nicht vor April 1512 in
Reimpublizist um 1500, Kleriker
Commons-logo.svg Bilder und Medien bei Commons
Wikiquote-logo.svg Zitate bei Wikiquote
GND-Nummer 118862456
WP-Personensuche, SeeAlso, Deutsche Digitale Bibliothek
DNB: Datensatz, Rohdaten, Werke

Werke[Bearbeiten]

Mehrere Texte edierte Karl Bertram: Johannes Kurtz. Ein Beitrag zur Literaturgeschichte des Spätmittelalters. Dissertation Greifswald 1931, S. 72-88 (Nr. I-VII), der gemeinfreie Editionsteil Commons

Nova rhetorica Marci Tullii Ciceronis (1493)[Bearbeiten]

Der Text wird eingerahmt von einem Briefpaar: Leonhard Clemens aus Zwiefalten 13. August 1493 mit Erwähnung von Ioannes Curtus de Eberspach und Curtus an Clemens Freiburg 30. Juli 1493.

Überlieferung: Druck [Reutlingen, nach 13. August 1493] Digitalisat MDZ München. - GW 7882

Terentius: Comoediae (1499), Herausgeber[Bearbeiten]

Per Ioannem Curtum ex Eperspach redactum, so das Kolophon, Digitalisat Exemplar UB Freiburg.

Überlieferung: Druck Straßburg 1499. Mehrere Digitalisate siehe GW M45485

Reimchronik über den Schwabenkrieg (1499)[Bearbeiten]

Der Verfasser des ersten Teils (Gedicht gegen die Schweizer) nennt sich Haintz von Bechwinden. Helmut Binder: Eine deutsche Reimchronik des Schwabenkriegs von 1499. In: Schriften des Vereins für die Geschichte des Bodensees und seiner Umgebung 117 (1999), S. 63–98 bodenseebibliotheken.eu zeigt schlüssig, dass die Verfasserschaft Heinrich Bebels (erstmals behauptet von Johannes Haller: Heinrich Bebel als deutscher Dichter. In: Zeitschrift für deutsches Altertum 66, 1929, S. 51-54 Gallica) an dem Gedicht gegen die Schweizer abzulehnen ist und beide Teile von Kurtz stammen. Dieter Mertens hat sich von der Zuschreibung an Bebel inzwischen distanziert: Deutscher Humanismus 1480-1520. Verfasserlexikon.

Überlieferung: Gedruckte Flugschrift [Tübingen 1499/1500] Digitalisat UB Heidelberg. - GW 3755; Schlechter/Ries 2009 Nr. 232

Ausgaben: Theodor Lorentzen: Zwei Flugschriften aus der Zeit Maximilians I. In: Neue Heidelberger Jahrbücher 17 (1913), S. 139-218 UB Heidelberg

Wolfgang Golther: Reimchronik über den Schwabenkrieg. In: Anzeiger für Schweizerische Geschichte NF 6 (1890-1893), S. 11-18 e-periodica nach der Druckabschrift München, Staatsbibliothek, Clm 14053, Bl. 137vb-140va MDZ München. - Handschriftencensus

Irseer Reimchronik (1500)[Bearbeiten]

Geschrieben auf Anordnung des Abts Otmar (Binder) des Benediktinerklosters Irsee. Johannes Kurtz von Eberspach hats gedicht (Vers 1028).

Überlieferung: Augsburg, Stadt- und Staatsbibliothek, 4° Cod. 107 (die für die Bebilderung vorgesehene Pergamenthandschrift gilt als "Original"). - Handschriftencensus; Handschriftenkatalog. Neben den von Walter Pötzl: Geschichte des Klosters Irsee. Ottobeuren 1969, S. 17 genannten späteren Abschriften, nunmehr Staatsarchiv Augsburg, KL Irsee, MüB Nr. 205 und 207, gibt es eine Abschrift in der nach 1731 entstandenen Materialsammlung des Placidus Ehmer, Augsburg, Stadt- und Staatsbibliothek, 2° Cod. 385a Handschriftenkatalog.

Ausgabe: Franz Ludwig Baumann: Irseer Reimkronik des Johannes Kurtz. In: Alemannia 11 (1883), S. 220–246 Commons, Internet Archive

Spruch über den Landshuter Erbfolgekrieg (1504)[Bearbeiten]

Den Spruch wies schon Lorentzen dem Verfasser des Schwabenkrieg-Gedichts zu. Frieder Schanze: Neues zu dem Reimpublizisten Johann Kurtz. In: Zeitschrift für deutsches Altertum und Literatur 112 (1983), S. 292-296, hier S. 294 stellte fest, dass von den 138 Versen des signierten Aufrufs von 1509 (siehe unten) nicht weniger als 50 aus dem Erbfolgekrieg-Spruch stammen.

Überlieferung: Hamburg, SUB, Cod. hist. 31e, Bl. 387r-389v Handschriftencensus (Handschrift des Hieronymus Streitel)

Ausgabe: Lorentzen S. 209-218 UB Heidelberg

Spruch von der Böhmenschlacht (1504)[Bearbeiten]

Aufgrund der mit dem Erbfolgekrieg-Spruch übereinstimmenden Tier-Metaphorik (Bär für die Schweiz, weißer Löwe für Böhmen) wies Schanze 1983, S. 295 den Spruch Kurtz zu.

Überlieferung: Einblattdruck [Augsburg] Digitalisat MDZ München.

Ausgabe: Rochus von Liliencron: Die historischen Volkslieder der Deutschen vom 13. bis 16. Jahrhundert. 2 (1876), S. 540-542 Google

Aufruf zum Feldzug gegen Venedig (1509)[Bearbeiten]

Autorsignatur: Joan kurtz (nur erste Variante).

Überlieferung: Einblattdruck [Ulm] mit zwei Varianten Digitalisate MDZ München; MDZ München.

Ausgabe: Bertram S. 79-83 Nr. IV

Büchlein vom Venediger Krieg (1509)[Bearbeiten]

'Gedicht von einer uralten Jungfrau genannt Venesia' mit Autorsignatur Johann Kuortz, 'Gedicht von einer alten sterbenden Frau, Madunna Venesia'

Überlieferung: Druck Straßburg 1509 Digitalisat SB Berlin. - VD 16 ZV 9264. Das in Darmstadt vorhandene Exemplar gehört nach Mitteilung der Bibliothek dieser Ausgabe an.

Druck Straßburg 1509 MDZ München. - VD 16 K 2598.

Druck Augsburg 1509. - VD 16 K 2597

Ausgabe: Bertram S. 73-75 Nr. II, S. 72f.; Bertram S. 72f. Nr. I

Literatur: John L. Flood: Johannes Kurtz and "Madunna Venesia". In: La Bibliofilía 115 Nr. 1 (2013), S. 83-93 mit Abdruck der beiden Gedichte und englischer Übersetzung S. 84-88; Wolfgang Mährle. In: L'Europa e la Serenissima. Venedig 2011, S. 212f. istitutoveneto.it.

Wie Kaiser, Papst und die Könige von Frankreich und Aragon der Meerjungfrau ihr Fähnlein zerreißen (1509)[Bearbeiten]

Autorsignatur: Joann Kurtz.

Behandelt ebenfalls den Konflikt mit Venedig und wiederholt den Spruch 'Gedicht von einer uralten Jungfrau genannt Venesia'

Überlieferung: Einblattdruck [Nürnberg] Digitalisat MDZ München.

Ubertinus Pusculus: Duo libri Symonidos (1511), Herausgeber[Bearbeiten]

Der von Kurtz (Ioannes Curtius Eberspachius) beigegebene Brief der antijüdischen Schrift über Simon von Trient datiert aus Augsburg, 11. April 1511.

Überlieferung: Druck Augsburg 1511. Digitalisat MDZ München - VD 16 P 5414 mit weiterem Digitalisat; Bolpagni 2012, S. 113f..

Siehe auch den Nachtrag eines Epigramms von Kurtz (Ioannes Curtii Eberspachii) an Maximilian I. in der Handschrift des Textes Wien, ÖNB, Cod. ser. n. 12822, Bl. 1r Kristeller; Katalog HANNA

Literatur: Flood S. 91-93 (ohne Nennung des handschriftlichen Gedichts)

Spruch über die Erhebung der Trierer Heiltümer durch Kaiser Maximilian I. (1512)[Bearbeiten]

Am Schluss nennt sich Ich Hans Kurtz dem Kaiser verpflichtet, dem er sein Gedicht widmet.

Überlieferung: Einblattdruck [Nürnberg]. Exemplar: Bamberg, SB. Abbildung: Einblattdrucke des fünfzehnten Jahrhunderts (Band 24): Einzel-Formschnitte des fünfzehnten Jahrhunderts in der Königl. Bibliothek Bamberg. Straßburg 1911, Tafel 16 UB Heidelberg, Commons. - Michael Embach. In: Wallfahrt und Kommunikation. Mainz 2004, S. 233f.; Wolfgang Seibrich: Die Heiltumsbücher der Trierer Heiltumsfahrt der Jahre 1512-1517. In: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 47 (1995), S. 127-147, hier S. 147 Nr. 57.

Ausgabe: Bertram S. 83-86 Nr. V

Reimgebete an Jesus, Maria, Johannes und das Hl. Kreuz[Bearbeiten]

Überlieferung: in lateinischer und deutscher Fassung, jeweils xylographischer Einblattdruck mit Holzschnitt um 1500/1510 (Datierung nach Schanze 1985). Auf um 1515/30 (kunsthistorisch) datiert in: Grünewald und seine Zeit. München/Berlin 2007, S. 364f. Vgl. auch Schreiber 1927. Autorensignaturen: Joannes Curtius Eberspachius obtulit bzw. Von Joannes kurtzen von Eberspach.

Lateinisch: Exemplar: London, British Museum (nicht British Library) Digitalisat British Museum. - Dodgson 1903.

Deutsch: Digitalisat UB Eichstätt

Ausgabe: Bertram S. 86f. Nr. VI

Die vier christlichen Zeitalter und die Laster und Tugenden[Bearbeiten]

Es handelt sich nach Rehm um eine Rota (Runddarstellung) zur lateinischen Vaterunser-Erklärung Dominicae orationis et quatuor temporum declaratio. Der Autor nennt sich auf dem Albertina-Exemplar des Einblattholzschnitts Ioannes Curti Monacensis poeta.

Überlieferung: Einblattholzschnitt mit lateinischem Text ca. 1505/15 - Datierung nach Frieder Schanze. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon 11 (2004), Sp. 1389 - Digitalisat British Museum. - Schreiber 1927, Dodgson 1903. Exemplar der Albertina (herausgelöst aus Wien, ÖNB Cod. 3301, wie die Hamburger Handschrift - siehe oben - von Hieronymus Streitel angelegt) abgebildet von Haberditzl 1920 Commons. Exemplar der UB Basel ("Laster- und Tugendtafel") abgebildet in: Einblattdrucke des fünfzehnten Jahrhunderts (Band 11). Holzschnitte des 15. Jahrhunderts in der öffentlichen Kunstsammlung zu Basel. Straßburg 1908, Tafel 17 UB Heidelberg. Exemplar des Gutenberg-Museums Mainz abgebildet in: Blockbücher des Mittelalters. Mainz 1991, S. 55.

Literatur: Ulrich Rehm: Bebilderte Vaterunser-Erklärungen des Mittelalters. Baden-Baden 1994, S. 98-106 (S. 98 zu den bekannten Exemplaren, aber ohne das Mainzer)

Memento-mori-Holzschnitt[Bearbeiten]

Da es sich bei dem Holzschnitt nach Kiepe nicht selbst um ein Memento-mori-Klappbild handelt (wenngleich ihm ein solches zugrundelag) wird Schanzes 1985 Bezeichnung als "Memento-mori-Klappbild" nicht übernommen. Auf dem Gewand bezeichnet: Hans KVRCZ.

Überlieferung: Einblattdruck um 1510/20 (Datierung nach Schanze 1985). Exemplar: London, British Museum (nicht British Library) British Museum, Commons. Abbildung: Schreiber 1893 Commons. - Schreiber 1927; Dodgson 1903

Ausgabe: Bertram S. 87f. Nr. VII

Literatur: Hansjürgen Kiepe: Die Nürnberger Priameldichtung. München 1984, S. 244-246

Heinz-Narr-Gedicht (?)[Bearbeiten]

Frieder Schanze: Einblattdrucke von Hans Hochspringer d. J., Jakob Köbel und Adam Dyon. In: Gutenberg-Jahrbuch 59 (1984), S. 151-156, hier S. 152-154 hat den mit J. K. bezeichneten Spruch Kurtz abgesprochen (J. K. beziehe sich auf Jakob Köbel), während Binder S. 91f. mit Nachdruck und guten Gründen wieder für Kurtz plädierte. Reiseberichte und Geschichtsdichtung (2012), Sp. 1141 zählt den Münchner Einblattdruck I, 46 einerseits zu den Werken von Kurtz, behauptet aber auf der gleichen Seite, Schanze habe nachgewiesen, dass der satirische Spruch nicht von Kurtz sei.

Überlieferung: Einblattdruck um 1510 Digitalisat MDZ München.

Ausgabe: Bertram S. 75-79 Nr. III

ABC-Einblattdruck (?)[Bearbeiten]

Signiert: Johann K. Schanze führt keine Anhaltspunkte dafür an, dass dieser spät gedruckte Reimpaarspruch Kurtz zugeschrieben werden kann. Vorreformatorische Entstehung ist nicht gesichert.

Überlieferung: Einblattdruck Augsburg [um 1535]. Exemplar: München, SB, Einbl. I, 52. Abbildung: Theodor Brüggemann/Otto Brunken: Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur. Vom Beginn des Buchdrucks bis 1570. Stuttgart 1987, Sp. 1275f. Commons

Einblattdruck [ca. 1554]. Exemplar: Heidelberg, UB Digitalisat UB Heidelberg

Einblattdruck Straßburg [1560] - USTC; Unbekannte Ausgaben geistlicher und weltlicher Lieder, Volksbücher und eines alten ABC Büchleins, gedruckt von Thiebold Berger (Strassburg 1551 - 1584). Hrsg. von Paul Heitz. Straßburg 1911, Tafel 11 nur das Titelblatt. Ausgabe: Gustav Lasch: Die Liedersammlung Gustav Berger. In: Monatschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst 16 (1911), S. 164-167, hier S. 166f. Commons

Handschrift: Heidelberg, UB, Cpg 766 Digitalisat UB Heidelberg, 16. Jahrhundert (Druckabschrift?)

Abdruck in Sebastian Helbers Syllabierbüchlein von 1593 hrsg. von Gustav Roethe 1882 Internet Archive, vgl. Kassel 1905 Internet Archive

Literatur: Michael Schilling: Bildpublizistik der frühen Neuzeit. Tübingen 1990, S. 328f. Auszug Google; Theodor Brüggemann/Otto Brunken: Handbuch zur Kinder- und Jugendliteratur. Vom Beginn des Buchdrucks bis 1570. Stuttgart 1987, Sp. 1277f. Nr. 475; Adolf Jacoby: Zu Thiebold Bergers ABC-Büchlein. In: Monatschrift für Gottesdienst und kirchliche Kunst 16 (1911), S. 257-259 mit Nachtrag S. 344 Commons

Sekundärliteratur[Bearbeiten]

  • Frieder Schanze: Kurtz, Johann. In: Die deutsche Literatur des Mittelalters. Verfasserlexikon ²5 (1985), Sp. 463-468; ebenda 11 (2004), Sp. 898; ebenda 11 (2004), S. XIV