Johann von Hohenwart

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Wechseln zu: Navigation, Suche
Textdaten
<<< >>>
Autor: Alois Wilhelm Schreiber
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Johann von Hohenwart
Untertitel:
aus: Badisches Sagen-Buch II, S. 326–333
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Karlsruhe
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Commons und Google
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[326]
Johann von Hohenwart.

Wegen wiederholten Landfriedensbruches war Kunz von Hohenwart vom Kaiser und Reich in Acht und Aberacht erklärt worden, und Graf Eberhard von Eberstein hatte den Auftrag erhalten, ihm seine Veste zu zerbrechen und ihn selbst lebendig oder todt in seine Gewalt zu bringen.

Siebzehn Wochen lag Eberhard bereits vor Schloß Hohenwart, ohne daß es ihm gelungen war, den Belagerten den geringsten Vortheil abzugewinnen. Nach und nach waren aber in der Burg die Lebensmittel ausgegangen und Hunger und Krankheit begannen unter der Mannschaft einzureißen. Durch einen verzweifelten Ausfall wollten die Geächteten neue Vorräthe in die Veste schaffen; allein der Anschlag mißlang, und als sie keinen Ausweg mehr sahen, zogen sie einen rühmlichen Tod dem schmählichen Ende unter Henkershand vor, und bis auf Wenige sanken Alle mit ihrem Führer unter dem Schwert ihrer Feinde, welche jedoch ihren Sieg auch mit dem Leben vieler Tapfern bezahlen mußten. Die Burg ward hierauf eingenommen und dem Boden gleich gemacht. Unter den [327] wenigen Gefangenen befand sich auch des Hohenwarters einziger, vierzehnjähriger Sohn; der unschuldige Knabe sollte gleichfalls für das Vergehen seines Vaters büßen: er ward in das Kloster Herrenalb gebracht, um dort erzogen und, sobald er das gehörige Alter erreicht, in die Mönchskutte gesteckt zu werden.

Unter den Mönchen nahm sich des Knaben besonders der Bruder Placidus an. Oft und bitter vom Leben und den Menschen getäuscht, hatte ihn zuletzt Welthaß in das Kloster geführt, und er suchte diesen auch in dem jugendlichen Herzen seines Schützlings zu erwecken. Haß in dem Knaben anzufachen gelang ihm zwar, aber nicht gegen die Welt, sondern gegen Diejenigen, welche ihn so grausam daraus verstoßen hatten. Oft stand der arme Jüngling an einem Fenster des Klosters und schaute hinaus in die freie Gotteswelt, die auf ewig ihm verschlossen seyn sollte; heiße Thränen rannen ihm über die Wangen, und die Sehnsucht nach Freiheit, nach der offenen Natur, wollte ihm fast das Herz brechen. Vergebens jedoch waren seine Klagen; die Pforten des düsteren Klosters erschlossen sich ihm nicht mehr. Und er durfte seinen Schmerz nicht einmal laut werden, nicht die leiseste Klage sich entschlüpfen lassen, sonst wartete seiner die härteste Züchtigung. So wuchsen Groll und Rachedurst mit ihm auf; allmählig ward er ein Meister in der Verstellungskunst, indessen tief in seinem Innern die verderbliche Flamme des Hasses gegen die Stürtzer seines Hauses in heller Lohe fortglühte. Am bittersten jedoch war sein Groll gegen den Grafen von Eberstein, der ihm den Vater, der ihm sein Erbtheil entrissen, der ihn in das verabscheute Kloster begraben hatte, wo er nun sein frisches, kräftiges Leben vertrauern mußte. Trotz dem galt er allgemein im Kloster für das Muster eines frommen Bruders, und seinem natürlichen Verstand gelang es bald, alle seine Mitbrüder durchschauend, sich eines Jeden Gunst zu erwerben. So kam es, daß er, noch nicht fünfundzwanzig Jahre alt, nach dem Tode des alten Abtes fast einstimmig zum Vorsteher des Klosters erhoben wurde.

Jetzt hatte der junge Mann den ersten Zweck seines Strebens erreicht, und glaubte nun Mittel und Macht genug zu [328] besitzen, seinen Racheschwur lösen zu können. Aber in keines Menschen Brust hatte seine Vorsicht das Geheimniß seines Herzens niedergelegt, Niemand ahnte die schwarzen Gedanken, über denen seine Seele brütete. Jeder wähnte, die Zeit habe das Andenken an sein Mißgeschick in ihm ausgelöscht und er liebe nun das friedliche Leben der Mönche.

Die Herren von Eberstein waren Schirmvögte des Gotteshauses Herrenalb, und dieses Amt führte den Grafen Eberhard öfters in das Kloster. Als er bei solch einer Gelegenheit bei den Mönchen das Mittagsmahl einnahm, kam das Gespräch unter Anderm zufällig auf seine Familie, und Eberhard erwähnte hierbei mit sichtlichem Wohlgefallen seiner einzigen Tochter, pries die Anmuth ihrer Gestalt und die Vorzüge ihres Verstandes, und leichthin konnte man an der Wärme, womit er sprach, abnehmen, daß dieses Kind der Stolz und die Freude seines Lebens sey. Diese Rede weckte in dem Abte furchtbare Rachegedanken. Noch war er nicht mit sich einig gewesen, wie er seinen Feind am Schmerzhaftesten treffen könne; aber jetzt ward es ihm plötzlich klar, wie er sich an dem Grafen rächen, wie er dessen Herz und Stolz verwunden wolle. Die Tochter mußt’ er verderben und dadurch dem Vater den Todesstoß versetzen.

Durch Kundschafter erfuhr er, daß die junge Gräfin Agnes öfters diesseits der Murg lustwandle. Vermummte lauerten eines Tages der Arglosen auf, ergriffen sie und während der Nacht ward sie unbemerkt ins Kloster in sicheren Gewahrsam gebracht. Mit eben so viel Bosheit als List war der Plan zum Verderben der schönen Agnes angelegt.

Ein verschmitzter, vertrauter Knecht des Abtes erschien im Mönchsgewand im Gemach der Gefangenen. Er sagte zu dem angsterfüllten Mädchen, er sey der Vorsteher des Klosters, und habe, von heftiger Liebe zu ihr entbrannt, dem Drange seines Herzens nicht länger widerstehen können, sie gewaltsam entführen und ins Kloster bringen zu lassen. Er bedaure, wenn er ihr Kummer verursache, allein es stehe nur bei ihr, sich durch ihre Gunst die Freiheit zu erkaufen. Wie vorauszusehen, war eine verächtliche Abweisung der Bescheid auf diesen schamlosen Antrag. Der verkappte Mönch entfernte sich mit dem Bemerken, [329] die Länge der Zeit werde das spröde Täubchen schon kirre machen.

Einige Stunden später öffnete sich wieder leise die Thüre, und vorsichtig trat ein junger Rittersmann von hohem Wuchs und lieblicher Gesichtsbildung in das Gemach. Nachdem er die niedergeschlagene und weinende Gefangene mit Anstand begrüßt, begann er:

„Verzeiht, schöne Gräfin, wenn ich Eure Einsamkeit störe und Eure nur zu gegründete Bekümmerniß unterbreche; allein meine Absicht muß mir zur Entschuldigung dienen. Auf Besuch bei einem Anverwandten hier im Kloster erhielt ich Kunde von Eurem Mißgeschick und von der Schurkerei des Abtes. List erschloß mir die Thüre Eures Gefängnisses und ich komme, Euch meine Dienste anzubieten. Wenn Ihr Euch einem Unbekannten anvertrauen wollt, so sollen hoffentlich die nämlichen Mittel, die mir den Eintritt hierher verschafften, Euch zur Freiheit verhelfen.“

Der gewinnende, einschmeichelnde Ton des jungen Mannes erwarb ihm schnell das Zutrauen des freudig überraschten Mädchens, wozu sein anmuthiges Aeußere nicht wenig beitragen mochte.

„Möge der Himmel Eure wohlmeinende Absicht lohnen!“ – erwiederte sie – „und wenn Euer Vorhaben gelingt, dürft Ihr der vollsten Dankbarkeit meines Vaters gewiß seyn. O, gebt ihm Nachricht von meinem Aufenthalt, wenn es Euch möglich ist; bedenkt, wie er sich um sein verlorenes Kind grämen mag!“

„Von Dank kann hier nicht die Rede seyn,“ – versetzte der Ritter – „denn ich thue nur, was die Pflicht mir gebietet, und wenn mein redliches Unternehmen mir ein freundliches Andenken bei Euch gewinnt, dann fühl’ ich mich überreich belohnt. Eurem Vater Nachricht zu geben, wird indessen wohl schwer seyn, da der Abt überall Spürhunde hat und, falls diese von unserm Unternehmen etwas vermerkten, Euch sicherlich an einen Ort bringen ließe, wo Euch Niemand so leicht entdecken könnte. Doch verlaßt Euch auf mich; ich hafte mit meinem Ritterworte dafür, daß Ihr durch mich Eure Freiheit wieder [330] erhalten sollt. Die Art und Weise, wie dies auszuführen, wird erst die Zukunft lehren.“

Bald hierauf verließ der Ritter die Gräfin, nachdem er vorher versprochen, sie demnächst wieder zu besuchen; aber sein Bild blieb in Agnesens Herzen zurück.

In der That kehrte der junge Mann bald wieder zu ihr und erneuerte sodann täglich seine Besuche. Die Jungfrau glühte von heftiger Liebe zu ihm, und sie verbrachten mit einander manche Stunde in traulichem Kosen. Ihr Gefängniß war ihr durch die Gegenwart ihres Geliebten sogar theuer geworden, ja sie gedachte schon nicht ohne Bekümmerniß der Zeit, die sie zurückführen sollte in die Arme ihres Vaters, weil sie sich dann von ihrem jungen Tröster, vielleicht auf immer, trennen müßte. Doch wollte sich, wie der Ritter versicherte, noch immer keine günstige Gelegenheit zur Flucht bieten; stets traten neue Hindernisse in den Weg.

Auch der als Abt verkleidete Knecht stellte sich noch einige Male ein, ward aber immer verächtlicher und derber zurückgewiesen.

Trostlos jammerte indessen der Graf von Eberstein um die geliebte Tochter. Er sandte nach allen Seiten seine Diener auf ihre Spur, doch alle kehrten sie wieder unverrichteter Dinge zurück. Er selbst durchstreifte täglich zu Roß die ganze Umgegend, allein mit eben so wenig Erfolg. Eines Tages, als er, am Fuß eines Hügels gelagert, seinem Schmerze nachhing, während sein Pferd neben ihm graste, kam ein Knabe mit etlichen Ziegen, die er heimwerts trieb, des Weges daher. Auch Diesen forschte der Graf aus, allein der Hirtenjunge wußte keine Auskunft zu geben.

Eberhard seufzte vor sich hin: „O meine arme Agnes!“

„Agnes?“ – fragte der Junge, – „sonderbar, heute höre ich diesen Namen, den ich sonst in meinem Leben noch nie vernommen, schon zum zweiten Mal!“

„Wo? Wo?“ fragte begierig der Graf.

„Ei nun,“ – versetzte der Knabe – „drüben im Kloster. Ich bringe manchmal Brunnenkresse in die Küche dorthin, und da bekomm’ ich immer etwas zu essen dafür. So war es auch heute. Ich saß in der großen Stube neben der Küche, da hörte [331] ich nebenan sprechen und diesen Namen nennen; es kam mir gerade vor, als wenn es von dem großen Bilde herkäme, welches die Schutzpatronin des Klosters vorstellt.“

Fast ungläubig schüttelte der Ebersteiner den Kopf; aber nach einigem Nachdenken dünkte es ihm doch, daß es der Mühe vielleicht lohnen möchte, der Sache näher nachzuforschen. Er konnte sich freilich die Möglichkeit kaum vorstellen, daß seine Tochter im Kloster gefangen säße, wo er nur gute Frunde zu haben glaubte, wollte sich aber doch keine Fahrlässigkeit vorzuwerfen haben.

Er klopfte darum gleich des andern Tages in Pilgertracht an der Klosterpforte und bat demüthig um etwas Speise, seinen Hunger zu stillen. Er ward in das Zimmer gewiesen, das ihm der Hirtenknabe bezeichnet hatte und das er leicht an dem großen Gemälde der heiligen Jungfrau erkannte. Es war in der Wand selbst eingerahmt und reichte vom Boden fast bis an die getäfelte Decke.

Anfänglich befanden sich noch andere Fremde in der Stube, weßhalb er dieselbe nicht gleich näher untersuchen konnte; doch strengte er seine ganze Aufmerksamkeit an, ob er nichts hinter der Leinwand vernehmen könne. Lange blieb dies vergebens. Endlich hört’ er flüsternde Stimmen aus jener Gegend, jedoch waren sie nicht laut genug, um von den Uebrigen vernommen zu werden, die sich nur mit ihrem Essen beschäftigten. Er harrte darum voll Ungeduld ihrer Entfernung, und als er sich endlich allein sah, trat er näher an das Bild und lauschte mit verhaltenem Athem. Deutlich unterschied er nun zwei Stimmen, und, wenn ihn nicht Alles trügte, so gehörte die eine seiner Tochter. Die andere däuchte ihm ebenfalls bekannt, ohne daß er jedoch mit sich einig werden konnte, wem er sie beilegen solle. Er hörte ganz vernehmlich, wie von einer Flucht die Rede war, die um Mitternacht bewerkstelligt werden sollte, und zwar wolle man den Weg die Alb abwerts nehmen, um der etwaigen Verfolgung zu entgehen, falls das Vorhaben verrathen würde.

Eberhard bohrte nun mit aller Vorsicht mit der Spitze seines Schwertes, das er unter seinem Pilgergewande verborgen trug, eine Oeffnung am Rande des Gemäldes. Wer beschreibt aber seine Ueberraschung, als er jetzt das anstoßende Gemach übersehen [332] konnte und in demselben seine Tochter in den Armen eines Mannes in Rittertracht erblickte, der eben einen feurigen Kuß auf die Lippen des Mädchen drückte. Staunen und Wuth ließen ihn anfänglich zu keinem Entschluße kommen, und bevor er sich wieder gefaßt hatte, verließ der junge Mann das Gemach. Eberhard entfernte sich gleichfalls augenblicklich, um ruhiger über seinen Plan nachzusinnen.

Unweit von dem Kloster erhebt sich am Wege eine Masse gewaltiger Felsenklippen, der Falkenstein genannt. Im Schatten dieser mächtigen Steinwand harrte der Graf von Eberstein mit Reisigen auf die Stunde der Mitternacht. Kaum war der zwölfte Schlag auf der Klosteruhr verklungen, da tönte Hufschlag durch die Stille der Nacht, und gleich darauf kamen zwei Reiter des Wegs daher gesprengt. Mit einem donnernden „Halt!“ warfen sich Eberhard und seine Gefährten ihnen entgegen.

„Heiliger Gott! das ist meines Vaters Stimme!“ rief Agnes – denn diese war eine der beiden Berittenen – ihrem Begleiter zu. Allein Dieser kehrte sich wenig daran und drang wüthend auf die Anwesenden ein. Doch nach einem kurzen Gefecht traf ihn ein so gewaltiger Streich von Eberhards Schwerte, daß er taumelnd und blutend vom Roße sank.

„Um’s Himmels Willen, was habt Ihr gethan? mein Vater?“ – jammerte die trostlose Gräfin – „Ihr ermordet Den, der mich errettet aus den Händen des ruchlosen Abtes!“

„Schweig ungerathene Dirne!“ – herrschte der Vater ihr zu – „Sprich, wenn du gefragt wirst! Zuerst will ich ein Wort mit diesem, deinem sogenannten Befreier, reden. – Sprich, Schurke, wer bist du, und was wolltest du mit meinem leichtsinnigen Kinde?“

„Eure Tochter ist schuldlos;“ – stöhnte der Verwundete mit ersterbender Stimme. – „Ich fühle den Tod mir nahen und will keine Lüge mit hinüber nehmen in die Ewigkeit; darum hört mich gläubig an. Ich bin Johann von Hohenwart, der Abt des Klosters Herrenalb. Ihr habt mir einst den Vater gemordet, mein Besitzthum zerstört und mich zu einem freudelosen Leben im Kloster verdammt, das mir in innerster Seele zuwider ist. Da schwur ich Euch grimmige Rache. Ich [333] raubte Eure Tochter, um sie Euch entehrt wieder zurückzusenden. Unter dieser Verkleidung gelang es mir, ihr Herz in Liebe zu mir zu entflammen, doch ihre Reize waren so mächtig, daß sie meinen Haß entwaffneten. Ich beschloß, mit ihr zu fliehen; vielleicht hätte ich in der Ferne ein stilles Glück an ihrer Seite gefunden und meinen Schwur dennoch dabei gehalten, da Ihr ja durch mich Euer theuerstes Kleinod verloren. Agnes wußte nichts von meinem eigentlichen Vorhaben. Es ist mißlungen. Wohl mir, daß ich sterbe! Das Gold, womit mein Roß beladen ist, gehört ins Kloster; es mag ohngefähr den Werth dessen betragen, was das Kloster widerrechtlich von meinen Stammgütern erhielt!“ – Hier verließ ihn das Bewußtseyn.

Die Gräfin Agnes war während dieser Rede wie leblos zu Boden gesunken. Zwischen Mitleid und Rachgier schwankend, stand Graf Eberhard in tiefen Gedanken. Endlich befahl er den Knechten, von Baumästen eine Tragbahre zu fertigen und den Verwundeten nach Eberstein zu bringen. Er selbst nahm seine ohnmächtige Tochter vor sich auf’s Roß und eilte seiner Burg zu. – Von dem Abte vernahm man nie mehr etwas im Kloster, nur daß ein Unbekannter das von Jenem auf die Flucht mitgenommene Gold zurückbrachte; doch erzählt man, der Abt sey unter sorglicher Pflege auf dem Schloß Eberstein genesen, habe bald darauf, von dem Grafen reichlich mit Geld und Waffen versehen, unter fremdem Namen das Kreuz genommen und sey in Palästina in der Schlacht von Edessa geblieben. Die Gräfin Agnes aber nahm den Schleier im Kloster Frauenalb und starb in der Blüthe ihrer Jahre.

Al. Schreiber.
(Vergl. „Sagen aus Baden und der Umgegend.“ Karlsruhe, 1834.)