Jubelfestlied der Burschenschaft

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Textdaten
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Autor: Friedrich Hofmann
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Titel: Jubelfestlied der Burschenschaft
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 33, S. 517
Herausgeber: Ernst Keil
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1865
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Die Gartenlaube (1865) b 517.jpg

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Jubelfestlied der Burschenschaft.
Gesungen auf dem Markt zu Jena am 15. August 1865.

So soll dein Festlied nun erschallen, ein halb Jahrhundert feste Treu’!
Umrauscht von unsrer Farben Wallen ertön’ der alte Schwur auf’s Neu’
Ein halb Jahrhundert heut im Bunde – vom Altersschnee zum Jugendflor –
„Sind wir vereint zur guten Stunde, wir starker, deutscher Männerchor.“

Was hat den großen Bund gegründet? Des deutschen Reiches Weh’ und Ach!
Das Elend hat den Muth entzündet, die Ehre stammte aus der Schmach!
Der Mütter Kuß, der Bräute Thränen, sie weihten einst der Kämpfer Hand,
Aus jedem Herzen rief das Sehnen nach einem freien Vaterland.

Die Jugend schlug der Väter Schlachten, und Männern stand sie im Gefecht!
Der Kranz, den sie zur Heimath brachten, erwarb den Burschen Männerrecht.
Und männlich schwuren sie dem Streben, zu Freiheit, Ehr’ und Reich zu stehn,
Den Waffenschwur für’s ganze Leben auf ihrer Wartburg heil’gen Höhn.

Hat finstre Macht das Haus vernichtet, das einst so stattlich war gebaut,
Sieh, das gerechte Schicksal richtet, verkündend sein Gedächtniß laut:
Dir dankt das Volk die wahre Wehre, die ihm allein den Sieg verheißt:
Für Freiheit, Vaterland und Ehre zum Kampf die Fahne und den Geist!

Die schwarz-roth-goldnen Banner ragen stolz prangend jetzt bei Fest und Pracht,
Die sie gehetzt in vor’gen Tagen und straften mit der Kerker Nacht!
Ist deutsch das Banner, nun so werde dereinst auch durch des Geistes Kraft
Das ganze Volk der deutschen Erde nur eine große Burschenschaft!

Hier stehen wir – die Welt soll’s hören, als rief’s das ganze Deutschland hier –
Hier stehen wir im Bund und schwören, entblößten Hauptes, Gott, zu Dir:
„Das Wort, das unsern Bund geschürzet, das Heil, das uns kein Teufel raubt
Und kein Tyrannentrug uns kürzet, das sei gehalten und geglaubt!“

Friedrich Hofmann.