Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1890)

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Titel: Kleiner Briefkasten
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aus: Die Gartenlaube, Heft 1 bis 52
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1890
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Inhaltsverzeichnis

Heft 1[Bearbeiten]

[35] H. F. in Insterburg. Mittels folgender Flüssigkeit kann man Tintenflecke, Schriftzüge etc. entfernen, ohne das Papier zu beschädigen. 20 g Chlorkalk schüttelt man mit 30 g destillirtem Wasser, bis sich der Chlorkalk löst. Dann läßt man die Flüssigkeit so lange ruhig stehen, bis sie völlig klar erscheint, worauf man sie vorsichtig in ein dunkles Fläschchen gießt. Zu dem Flascheninhalte giebt man nunmehr 5 g Essigsäure, schüttelt tüchtig um und verschließt das Fläschchen fest, so lange man das Mittel nicht benutzt. Wenn dann die Tintenflecke, Schriftzüge etc. von dem Papier entfernt werden sollen, werden dieselben vermittelst eines feinen Haarpinsels mit der Flüssigkeit bestrichen, mit weißem Lösch- oder Fließpapier abgepreßt und schließlich getrocknet.

B. S. in Berlin. Das Gold ist keineswegs, wie sie anzunehmen scheinen, das theuerste Metall; es giebt eine ganze Reihe Metalle, die höher im Preise stehen als dasjenige, aus dem die halben, die ganzen und die Doppelkronen geprägt werden, da sie äußerst selten oder schwierig darzustellen sind und meistens nur für wissenschaftliche Zwecke verwendet werden. Die „Naturwissenschaftliche Wochenschrift“ brachte gewissermaßen eine Preisliste der selteneren und seltenen Metalle. Demnach sind theurer als Gold das Iridium, Osmium, Palladium, Barium, Niobium, Ruthenium, Didymium, Yttrium, Strontium, Beryllium, Lithium und das Vanadin. Das Kilogramm feinen Goldes gilt 3000 Mark; von den obengenannten Metallen ist am billigsten das Palladium, das Kilo kostet aber immerhin 4000 Mark. Am theuersten ist dagegen das im Jahre 1840 von Mosander aufgefundene Didymmetall, dessen Preis 36 000 Mark für das Kilogramm beträgt. Das leichteste der Metalle ist das Lithium (feine Salze in den sog. Lithionwässern sind bekanntlich Heilmittel gegen Gicht, „Zipperlein“ etc.) – aber ein Kilo davon kostet die schwere Summe von 20 000 Mark.

Frau H. H., Schönberg O/L. Wir bedauern, in die Geheimnisse der holländischen Wäsche nicht hinlänglich eingeweiht zu sein, um Ihnen den Grund angeben zu können, warum dieselbe durch besondere Weiße glänzt. Probieren Sie einmal das alte deutsche Rezept; sorgfältig jedes Stück vorher einseifen, viel Wasser, viel Seife, wenig Soda, sauber auswaschen, tüchtig kochen, brühen, schwenken, zuletzt Rasenbleiche im Sommer. Sie werden dann über Mangel an Weiße wohl nicht zu klagen haben.

Ant. S. Wenden Sie sich gefl. an einen Arzt.

R. K. in Kolmar i. P. Wir rathen Ihnen, sich das Buch von A. Dreger, „Die Berufswahl im Staatsdienste“ zu verschaffen. Dort finden Sie S. 12 und S. 21 der 3. Auflage auf alle Ihre Fragen ausführliche Antwort.

K. H. in Cilli. Sie finden im Jahrgang 1886 der „Gartenlaube“ eingehende Beschreibungen und zahlreiche Abbildungen der Schlösser König Ludwigs II. von Bayern. Eine „Gralburg“ ist nicht darunter.

J. H. O. „Nirwana“ ist ein Begriff der buddhistischen Religionslehre und bedeutet wörtlich „das Erlöschen“, das heißt die vollständige Loslösung von aller Unruhe und allen Schmerzen des körperlichen Daseins, ein traumhaftes Vergessen alles Irdischen, nach der buddhistischen Lehre der Gipfel der Vollkommenheit.

R. S. in A. Sie finden alle einschlägigen Bestimmungen in der Anlage 2 zur „Deutschen Wehrordnung“, in welcher die Prüfungsordnung zum einjährig-freiwilligen Dienst abgedruckt ist. Ueber die Erfolge der einzelnen Vorbildungsanstalten können wir Ihnen keine Auskunft geben.




Heft 3[Bearbeiten]

[99] E. Sch. Bremen. Ohne Besuch einer Kriegsschule können zur Offiziersprüfung nur diejenigen zugelassen werden, welche im Besitz eines vollgültigen Abiturientenzeugnisses eines deutschen Gymnasiums oder Realgymnasiums sind und mindestens ein Jahr auf einer deutschen Universität, technischen Hochschule, Berg- oder Forstakademie studirt haben, sowie die Offiziere des Beurlaubtenstandes, welchen die Erlaubnis, zum Uebertritt in den Friedensstand des Heeres ertheilt worden ist.

D. K. in Wels, Oberösterreich. Wir müssen Sie auf den Abschnitt über den Barometer in irgend einem physikalischen Lehrbuch verweisen. Innerhalb des Rahmens einer Briefkastennotiz läßt sich Ihre Anfrage nicht beantworten.

F. L. in Bordeaux. Die Romane E. Werners sind, mit Ausnahme der neuesten, ins Französische übersetzt worden, „Vineta“ ist im Verlage von W. Hinrichsen in Paris erschienen.

C. Sch. Frankfurt a. M. Durch die neuesten Veröffentlichungen ist allerdings der Name „Behrends“ als der richtige nachgewiesen werden. Bis dahin aber herrschte ein Schwanken in der Schreibung des Namens. Wir haben uns an die von Anastasius Grün, dem nahen Freunde Lenaus, gehalten, welcher in seiner biographischen Einleitung zu Lenaus Werken „Behrend“ schreibt.

E. B. Hemmerde. Ihrem Wunsche dürfte das Werk von Kugler, „Geschichte Friedrichs des Grossen“ entgegenkommen. Was Dickens’ ausgewählte Romane betrifft, so sind dieselben gewiß eine vortreffliche Lektüre. Im übrigen übernimmt bekanntlich die Redaktion und Verlagshandlung der „Gartenlaube“ für den Inhalt der Inseratbeilagen keine Verantwortung.

I. E. in Stadtilm. Die Form „Offiziersaspirant“ ist die richtige.

Waldrose in G. bei P. „Bitte um Antwort in der nächsten Nummer!“ Haben Sie noch nie eine Notiz in der „Gartenlaube“ gelesen, daß eine Antwort wegen der langen Druckzeit, welche die hohe Auflage unseres Blattes erfordert, frühestens in vier Wochen erfolgen kann? Dann bitten wir Sie, es sich jetzt freundlich zu merken! Halten Sie übrigens Ihren Namen etwas leserlicher geschrieben, so hätten wir Ihnen gern längst brieflich geantwortet Also Malstudien, „hübsche Vorlagen für eine fleissige Dilettantin“ wünschen Sie. Da Sie nicht näher angeben, welcher Art dieselben sein sollen, nennen wir Ihnen: „Rehwild“, 8 Blatt Naturstudien, und „An der See“, vier Studien vom holländischen Strande (beides Verlag von Willner u. Pick, Teplitz in Böhmen). Wenn sie im Zeichnen geübt sind, können Sie nach diesen Vorlagen recht hübsche Aquarellen ausarbeiten.

J. A. S., Tucson Nicht geeignet. Sie wollen freundlichst über das Manuskript verfügen

J. B., Amsterdam Wenden Sie sich an den „Deutschen Hilfsverein“ in Amsterdam. Derselbe erhält für seinen menschenfreundliche Thätigkeit Beiträge von seiten des Deutschen Reiches und der Einzelstaaten und hat im Jahre 1889 1200 bedürftige Deutsche unterstützt.

Junge Frau in Pl..n. Ein sinniges Gedenkbuch für junge Mütter erschien unter dem Titel „Mein Kind von der Wiege bis zur Schule“ bei Brachvogel und Ranft in Berlin. Dasselbe enthält vier reizvolle Bilder des häuslichen Glücks von Alexander Zick und daneben hübsch umrahmte leere Blätter für handschriftliche Aufzeichnungen. Wünschen Sie aber ein mehr allgemein gehaltenes Buch, so bietet derselbe Verlag in seinem „Gedenkbuch fürs Haus“ in einfach gediegener Ausstattung eine Chronik, in welche Sie alle die kleinen und großen Ereignisse des Familienlebens eintragen können.


Heft 4[Bearbeiten]

[131] F. Schl. m Gr. Gerau. Ein Null ouvert fore gibt es nach der „Allgemeinen Deutschen Skatordnung“ nicht, denn danach ist auch im Null ouvert vom Spieler die Karte sofort, nicht erst nach dem ersten Stiche aufzudecken. Die letztere Spielweise ist eine Abschwächung der Null ouvert, welche allerdings durch die Skatbücher Verbreitung gefunden hat, aber jetzt in Mitteldeutschland nur selten zur Anwendung kommt und auch in den Skatvereinen Nord- und Westdeutschlands bereits aufgegeben ist. Null wird nach der „Allgemeinen Deutschen Skatordnung“ zu 20 und Null ouvert zu 40 berechnet.

O. Gr. in Königsberg i. Pr. Dafür gibt es keine Bestimmungen. Der Offizier übt seine Disziplinarstrafgewalt innerhalb bestimmter Grenzen ganz nach eigenem Ermessen und auf seine Verantwortung aus.

K. N. in Nassau. Sie haben uns die Frage vorgelegt: „Wenn wir uns alle Meere der Erde ausgetrocknet dächten, wie lange müsste es regnen, damit sich die Meeresbecken wieder füllen könnten, bis der Meeresspiegel seine gegenwärtige Höhe wieder erreichte?“ Darauf müssen wir zunächst antworten: „Wenn alle Meere trocken sein würden, so würde es gar nicht regnen, denn die Wasserdämpfe, welche von den Meeren ausgedünstet werden, bilden die Quelle von Regen und Schnee.“ Ohne Zweifel aber haben sie Ihre Frage so gemeint, wie groß das Verhältniß der athmosphärischen Niederschläge auf der Erde zu dem gesammten Meerwasser ist, d.h. wie lange es regnen müßte, bis die Menge des Regenwassers der des gegenwärtig vorhandenen Meerwassers gleichkäme. Diese Frage hat man wiederholt zu beantworten versucht. Nach Krümmels Schätzungen beträgt die gesammte Wassermasse des Meeres etwas mehr als 3 Millionen Kubikmeilen; die Höhe der Niederschläge auf dem Festlande im Durchschnitt 1m jährlich. Würde nun die gesammte auf dem Festlande fallende Regenmenge dem Meere zugeführt werden, so würde das Meerwasser in 9500 Jahren erneuert sein; rechnet man die Verdunstung in den Flüssen u. s. w. ab, so ergiebt sich für die Erneuerung des Meerwassers ein Zeitraum von 15 000 Jahren.



Heft 12[Bearbeiten]

[356] Stammtisch bei Schr., Mülheim a. R. Wir schließen aus Ihrer Zuschrift zweierlei; erstens, daß sich, kein Arzt in Ihrer Tafelrunde befindet, zweitens, das Sie allesammt ordentliche Leute sind, von denen noch keiner ein weibliches Herz krank gemacht hat. Sonst könnten Sie über die Deutung des Bildes „Herzkrank?“ nicht im Zweifel sein. Trinken Sie eine Flasche „Besseren“ miteinander und dann besinnen Sie sich noch einmal.

M. A. R. in Konstantinopel. Besten Dank für Ihr freundliches Zutrauen. Wir sind indessen der Ansicht, daß der Gegenstand für die „Gartenlaube“ sich nicht eigne

G. G. W., Toronto Von einer Gesammtausgabe der Werke Johannes Scherrs ist uns bis jetzt nichts bekannt geworden. Aus der großen Zahl seiner Werke empfehlen wir Ihnen hauptsächlich die litteratur - und kulturgeschichtlichen Schriften.

C. M. in Chemnitz. Die von Ihnen angeführten Buchstaben sind ohne Zweifel als Jahreszahl MDXCII. d.h. 1592 zu lesen.


I. H. in Karlsbad. Wir haben mit Bewunderung die wackere That des Zinngießermeisters Josef Hofmann vernommen, der, ein würdiger Nachfolger von Bürgers „bravem Manne“ ein junges Menschenleben aus der Gefahr des Ertrinkens errettet hat. Indessen eignet sich Ihr Gedicht schon um seiner großen Ausdehnung willen nicht zur Veröffentlichung in der „Gartenlaube“.

J. P., St. Louis. Der Gegenstand auf dem Umschlag, welcher Ihnen so viel Kopfzerbrechen gemacht hat, ist eine Mandoline.

D. Sch. in U. Ihren Wünschen dürfte das Universalsprachenlexikon in der neuen (7.) Auflage des Piererschen Konversationslexikons am besten entsprechen. Lassen Sie sich einmal von Ihrem Goethe vor und lesen Sie den „Faust“ von Anfang bis zu Ende mit Aufmerksamkeit durch! Vielleicht finden Sie den „Faust“ von Anfang bis zu Ende mit Aufmerksamkeit durch! Vielleicht finden Sie darin, welche Farbe Fausts Augen hatten, - jedenfalls aber haben Sie einen höheren Gewinn davon, als wenn wir Ihnen das Geheimniß hier verriethen.