Kleiner Briefkasten (Die Gartenlaube 1889)

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Titel: Kleiner Briefkasten
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aus: Die Gartenlaube, Heft 2 bis 52
Herausgeber: Adolf Kröner
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Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1889
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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Heft 2[Bearbeiten]

[36] A. D. in L. „Papa. meine Stiefel sind schon wieder durch!“ Sie beschweren sich, daß Sie allzu oft mit diesem Ausrufe erfreut werden, und verlangen von uns die Angabe eines Mittels, um das fatale Schuhwerk dauerhafter zu machen Da es ein solches in der That giebt und es wohl für alle größeren Familien, in denen das Schuhwerk eine beträchtliche Ausgabe erfordert, von Interesse sein dürfte, führen wir es hier an: „Neues Schuhwerk,“ wird uns von sachverständiger Seite geschrieben, „hält fast noch einmal so lange Zeit, als es sonst halten würde, wenn man die Sohlen desselben so lange mit gekochtem Leinöl einreiht, als letzteres noch vorn Leder eingesogen wird; das Oberleder hingegen reibe man mit warmem Ricinusöl ein. Das Ricinusöl füllt nicht nur die Poren des Leders aus, sondern macht dasselbe auch weich, geschmeidig und wasserdicht. – Ricinus - und Leinöl, von denen man zum Konserviren des Schuhwerks nur geringe Mengen braucht, sind billig zu beziehen, so daß sich diese Öle zur Präparirung des Leders wohl empfehlen.“

Frau Professor B. in K. Wir empfehlen Ihnen Hoffmanns Haushaltungsbuch, dessen praktische und leicht faßliche Einrichtung darauf angelegt ist, eine statistische Uebersicht über die Ausgaben für einzelne Zweige der Haushaltung zu geben.

B. H. in Chemnitz. Die Erzählung „Josias“ von Fanny Lewald ist bereits vor mehreren Monaten in Buchform erschienen und zum Preise von 4 Mark elegant gebunden in den meisten Buchhandlungen zu haben.



Heft 4[Bearbeiten]

[68] Frau B. in K. Zum Oelen der Nähmaschinen muß man ein säure und harzfreies Oel verwenden, da dieses die feinsten Maschinentheilchen nicht angreift. Als brauchbare Mischung wird empfohlen gelbes Vaselinöl und reines, frisches Prevenceröl je 100 Theile, flüssiges Paraffinöl 200 Theile.

H. I. in Wien. Die nördlichste Stadt der Erde ist Hammerfest in Norwegen, die mittlere Jahrestemperatur von + 1.8°C. aber gewiß erträglich. Der kälteste Ort der Erde dagegen ist nach dem meteorologischen Beobachtungen Werchojansk an der Jana in Sibirien. Die Wintermonate weisen dort mit großer Regelmäßigkeit Temperaturen von - 60°C.; selbst im März 1866 wurde ein Temperaturminimum von - 60.8°C. beobachtet.

Nachbarskinder, Wien. Von dem Menzlerschen Bilde „Nachbarskinder“ sind unseres Wissens Farbendrucke nicht vorhanden.

G. P. in D. Sie sind im Irrthum, wenn Sie annehmen, die Trüffel komme in Deutschland nicht vor. Man schätzt die Gesammtausbeute an deutschen Trüffeln auf etwa 450 Kilogramm, das Kilogramm etwa 10 Mark im Preise. Eine regelrechte Trüffeljagd wird allerdings nur in der Provinz Hannover in einigen Förstereien betrieben und man verwendet zu derselben Hunde, nicht Schweine wie in Frankreich. Versuche, der Trüffel bei uns eine größere Verbreitung zu geben, sind bis jetzt erfolglos geblieben.

Leipziger Fröbelverein und Frl. Angelika Hartmann, Seminarvorsteherin in Leipzig: Den Empfang von 100 M und 50 M für den Bau des Fröbelthurms bestätigen wir mit verbindlichem Danke! Wir haben beide Beträge an den Vorsitzenden des Baukomites, Herrn Trautmer in Oberweißbach weitergesandt.




Heft 7[Bearbeiten]

[116] D. in R. Nach den endgültigen, vor kurzem veröffentlichten Ergebnissen der Volkszählung vom 1. Dezember 1885 betrug in Deutschland die Zahl der männlichen Einwohner 22933684, die der weiblichen 23922040. Es gab am 1. Dezember 1885 somit bei uns 988376 weibliche Individuen mehr. Bis heute wird dieser Ueberschuß längst die volle Million erreicht haben. – Der Ueberschuß der Geburten gegenüber den Todesfällen betrug seit 1860 2 601 858 Personen, die thatsächliche Bevölkerungszunahme jedoch nur 1 621 643 Personen. Was ist mit den fehlenden 980 215 geschehen? Sie sind im Laufe der Jahre 1880 bis 1885 ausgewandert.

F. B. in Eisleben. Als eingehendes populär medicinisches Werk empfehlen wir Ihnen Bocks „Buch vom gesunden und kranken Menschen“, welches gegenwärtig in vierzehnter, reich illustrirter Auflage erscheint.

E. F. in St. Das jüngste der im Erscheinen begriffenen Konversationslexika ist die 7. Auflage des „alten Pierer“, herausgegeben von Professor Josef Kürschner (Verlag von W. Spemann, Berlin und Stuttgart). Kürzlich ist der Band, im Text bis „Bottrop“, in dem originellen „Universalsprachenlexikon“ bis „Conjunction“ herabreichend, ausgegeben worden.

P. F. in R. Ihre Idee ist gut, aber nicht so neu, wie sie glauben. Bereits vor einiger Zeit begann eine Agitation in süddeutschen Blättern –notabene von Damen ausgehend – gegen das lästige und für mangelhaft behaarte Herrenköpfe auch ungesunde Hutabnehmen zum Gruße. Man wies dort auf den hübschen, bei Damen ja hochbeliebten militärischen Gruß hin, und es fehlte auch nicht an sehr lebhafter Zustimmung von männlicher Seite. Die Schwierigkeit bleibt nur: Wer fängt zuerst an? Und wie versichern sich die Herren der Geneigtheit der Damen, den neuen Gruß als vollwichtig gelten zu lassen? Wenn Sie dafür einen Rath wissen, so bitte, theilen Sie uns denselben mit, für Weiterverbreitung wollen wir dann sorgen!

G. K. in Hamburg. Da Sie noch Anfänger im Schachspiel sind, empfehlen wir Ihnen das bei G. A. Gloeckner in Leipzig erschienene Werkchen „Der kleine Schachkönig“ von Hans Minckwitz. Sein Ziel „eine leichtfaßliche Anleitung zu rascher Erlernung der Schachspielkunst“ zu geben, hat der bekannte Schachauthor darin erreicht. Das Werkchen zeigt in Anlage und Ausführung die kundige Hand des erfahrenen Meisters.




Heft 13[Bearbeiten]

[220] Fräulein Margarethe in Wien. Die Auslösung der scherzhaften Räthselfrage (im Briefkasten der Nr. 5) ist: 20 Pfund, 10 und noch einmal 10, die Hälfte des Gewichtes.

L. M. in Berlin. Es ist auch uns unerfindlich, aus welchen Artikeln der „Gartenlaube“ Herr Pastor Müller in Bliesendorf zu seinem Glauben an die übernatürlichen Ursachen des lächerlichen „Spukes von Resau“ gekommen sein will?! Die „Gartenlaube“ hat es ja, wie allseitig bekannt, stets als ihre Aufgabe betrachtet, gegen jede Art von Aberglauben Front zu machen. Und hier liegt vollends ein ganz handgreiflicher Unfug und Schwindel vor, wie aus den Verhandlungen vor der Potsdamer Strafkammer deutlich hervorgeht! Vielleicht kommen wir auf diese Angelegenheit noch zurück, wenn es sich nach näherer Kenntnißnahme überhaupt der Mühe verlohnt.

Franz R.... in Berlin. Ihre Klage über die zur Beleuchtung der Hotelzimmer dienenden Kerzen, „deren hoher Preis nur noch durch die völlige Unbrauchbarkeit bei etwaigem Arbeiten übertroffen wird“ können wir Zeile für Zeile unterschreiben. Nicht allein, daß die Kerzen ungenügende Helle verbreiten, daß die Flamme fortwährend flackert und bei schriftlichen Arbeiten die Buchstaben auf dem Papiere gleichsam tanzen läßt; schädlich ist vor allem auch, daß der Winkel, aus welchem das Licht entfallt, bei der bald längern, bald kürzern Kerze fortdauernd verschieden ist. Wie aber Abhilfe schaffen? Für jeden, der häufig auf Reisen ist, dürfte sich eine Patentreiselampe der Firma Schuster & Baer in Berlin als praktisch erweisen. Dieselbe ist, bis auf den Cylinder, ganz von vernickeltem Messingblech und so eingerichtet, daß sie sich, gefüllt, leicht in einen Blechbehälter geringen Umfanges packen und überall hin mitführen läßt. In wenigen Minuten ist sie auseinander genommen oder zusammengestellt, und sie giebt für schriftliche Arbeiten das ruhige, stets aus demselben Winkel einfallende helle Licht, welches für die Schonung der Augen so dringend zu wünschen ist.

Theodor J. in W. Als Auskunft auf Ihre Anfrage bezüglich der Sodener Mineralpastillen dient am besten die Bekanntmachung, welche der Ortsgesundheitsrath zu Karlsruhe in Baden ganz kürzlich erlassen hat. Dieselbe sagt: „Durch hiesige Zeitungen werden in letzter Zeit sehr häufig die Sodener Mineralpastillen als Heilmittel gegen Lungen- und Kehlkopfschwindsucht marktschreierisch angepriesen. Dieser bedauernswerthen Reklame gegenüber muß darauf hingewiesen werden, daß die Pastillen zwar bei gewöhnlichen katarrhalischen Beschwerden den natürlichen Heilungsprozeß mehr oder weniger unterstützen können, daß der alleinige Gebrauch derselben aber niemals eine ernstere Erkrankung der Lungen oder des Kehlkopfs zu heilen vermag. Auch die weiterhin den Sodener Mineralpastillen zugeschriebene Wirkung, als Vorbeugungsmittel gegen die Ansteckung mit Diphtheritis zu dienen, kommt demselben nicht zu.“

Eine Fragelustige. Wann das Taschentuch in Gebrauch kam?! Genau zu beantworten ist diese Frage nicht, aber jedenfalls lautet die Auskunft: Spät, viel später, als Sie wohl annehmen. Das Alterthum weiß nichts davon, auch die mittelalterlichen „Schweißtücher“ waren goldgestickte Prunkstücke, die nicht zum eigentlichen Gebrauch herangezogen wurden. Das wirkliche Taschen- und Nastuch von weißer Leinwand brach sich langsam von Italien her Bahn in Deutschland, und erst im 16. Jahrhundert wurde es zum Gemeingut der vornehmeren Stände. Sein heute noch in manchen deutschen Gegenden bestehender Name „Facilettlein“ (von facialis, Schweißtuch) spricht deutlich genug für die ausländische Herkunft!


Heft 17[Bearbeiten]

[292] G. H. in München. Der Artikel „Ein nützliches Geburtstagsgeschenk“ hat in Ihnen den Wunsch nach ausführlicher Belehrung über Pflege und Erhaltung der Zähne rege gemacht. Sie finden dieselbe in dem vortrefflichen Buche von Geheimrath Dr. Süersen: „Anleitung zur Pflege der Zähne und des Mundes“, welches Sie zum Preise von M 2.- broschiert und M 2,50 gebunden durch ihre Buchhandlung beziehen können.

E. M. in Triest. „Elda“ ist uns nur als Name einer spanischen Stadt und eines Flusses bekannt. Eine Hallige dieses Namens giebt es unseres Wissen nicht.

W. in Stolp. Nach den uns zu Gebote stehenden Angaben sind die schwersten Lastpferde in ausgewachsenem Zustande rund 20 Centner schwer. Doch sollen auf einer Ausstellung zu Philadelphia Pferde bis zu 27 Centnern vorgeführt worden sein.

M. v. L. in Margonya, Ungarn. Die Erzählung „Der Mann im Mond“ ist von Wilhelm Hauff nicht aus einer andern Sprache übersetzt, sondern als Originalroman verfaßt worden, und zwar als eine Parodie auf die süßlich ungesunde Manier der Romane H. Claurens. Wilhelm Hauff ist längst todt; er starb, erst 25 Jahre alt, am 18. November 1827, also vor beinahe 62 Jahren.