Kopf oben

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Autor: Johann Karl Wilhelm Geisheim
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Titel: Kopf oben
Untertitel:
aus: Gedichte, Zweites Bändchen.
S. 75–76
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Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1839
Verlag: Josef Max & Komp.
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Erscheinungsort: Breslau
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Kopf oben.

     Am Dürerfeste.

Laßt euch nicht der Zeit Geschrei
Supp’ und Lied versalzen,
Daß der Welt kein Heil mehr sei,
Als sich todt zu walzen;

5
Geisteskrampf mit Dampf erregend,

Eisenbahnisch sich bewegend,
Mit dem Glück zu balzen.

Wenn die Zeit den Kopf verlor,
Sagt, wer soll ihn wieder

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Geben, richten ihn empor,

Als der Gott der Lieder.
Der aus seiner ew’gen Sonne
Träufelt neue Frühlingswonne,
Neuen Segen nieder.

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Ja, verliert die Kunst den Kopf,

Läßt sie so sich ducken,
Daß sie nur will in den Topf,
Nicht mehr sternegucken,
Muß sie sich zu Tode schleppen,

20
Bei den Ebben, auf den Treppen

An des Lebens Hucken.

[76]
Euch drum ruft: Kopf oben! zu

Dürer heut zum Feste,
Dem sein Weib ließ nimmer Ruh,

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Daß er trag’ zu Neste;

Der doch nie dem Gott entsagte,
Ob ihn wohl die Zeit auch plagte;
Keine war die beste.

Nicht mit Undank, – mit Vertrau’n

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Laßt auf neues Leben,

Deß die Kunst sich freut, uns schau’n,
Und den Muth erheben,
An dem Wachsthum der Vereine,
Die aus hellerm Sonnenscheine

35
Licht der Zukunft geben.


Kunst und Leben sehen wir
Mehr und mehr sich einen;
Man begreift allmälig schier,
Was die Künste meinen.

40
Labt euch an der Hoffnung Schimmer!

Unser Gott verläßt ja nimmer,
Wissen wir, die Seinen.