Landstreicher

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Textdaten
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Autor: Franz Weber
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Titel: Landstreicher
Untertitel:
aus: Die zehnte Muse. Dichtungen vom Brettl und fürs Brettl. S. 218
Herausgeber: Maximilian Bern
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1904
Verlag: Otto Eisner
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Erscheinungsort: Berlin
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Quelle: Commons = Google-USA*
Kurzbeschreibung:
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Die zehnte Muse (Maximilian Bern).djvu
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Landstreicher.

Mein Weib und ich, wir zieh’n daher
So leicht wie lose Blätter,
Uns macht kein Gut Sorg’ und Beschwer,
Kein Wind und auch kein Wetter.

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Wir haben keine fahr’nde Hab’,

Kein ganzes Kleid im Bündel,
Die Strassen zieh’n wir auf und ab,
Wir sind halt nur Gesindel!

Giebt uns der Wirt auf Borg kein Bier,

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So borgt uns doch die Quelle,

Und hungert uns, so stehlen wir
Das Schaf mitsamt dem Felle.

Was kümmert’s mich, wenn mir das Weib
Entgegen bringt ein Kindel,

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Es war ein schöner Zeitvertreib,

Wir betteln halt die Windel!

Sperrt auch der Amtmann uns dann ein,
Lässt uns schon wieder laufen;
Wir wärmen uns im Sonnenschein,

20
Den braucht man nicht zu kaufen.


So geht’s jahraus, so geht’s jahrein,
Und kommt dann unser Stündel,
Ei was, sie graben uns schon ein,
Sind wir auch nur Gesindel!


Franz Weber.