Limpurg

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Textdaten
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Autor: Maximilian von Ring
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Titel: Limpurg
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aus: Badisches Sagen-Buch I, S. 287–288
Herausgeber: August Schnezler
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1846
Verlag: Creuzbauer und Kasper
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Erscheinungsort: Karlsruhe
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[287]
Limpurg.

Zwischen zahllosen, wildbewachsenen Inseln schwimmt, nachdem du von der Ruine Sponeck geschieden, an welche sich keine bedeutende Sage knüpft, dein Kahn vor dem reizendgelegenen Dorfe Sasbach, der Grundherrschaft der Nimrodisch-berühmten Freiherren v. Girardi, vorbei, an dem Hügel, aus welchem die Lützelburger Kapelle steht, vorüber und gewinnt bald die erweiterte Stromfläche, die hier fast überall eingeschlossen scheint und einem Binnensee gleicht. Aus dem ruhigen Wasserspiegel strahlt das Bild der Höhen auf dem deutschen Ufer, unter ihnen am deutlichsten ein lichter Abhang mit weitausgedehnten Mauertrümmern hervor. Dies sind die Ueberreste des alten Schlosses Limpurg, früher auch Limper genannt, dessen Gründung in entfernte Jahrhunderte zurückgeht. Die alte Sage knüpft es an die erste Ansiedlung des Zähringer Hauses in den vorderen Landen, und wie in den Teckischen Besitzungen ein Limpurg oder Lindberg dessen Wohnsitz gewesen, so haben sich unter gleichem Namen die Herzoge hier an dem Rhein ein Wohnhaus erbaut. Hiezu mochte sie die Nähe Breisachs, wo sie gewiß oft gehauset, einladen; auch soll Herrmann I., der Stifter des Hauses der Markgrafen von Baden, sich von diesem Besitze Markgraf von Limpurg genannt haben. Erst mit dem 13. Jahrhundert werden die Nachrichten sicherer; damals wohnten hier die Landgrafen über das Ober-Elsaß aus dem Habsburger-Geschlechte, von hier aus die weite Herrschaft überschauend, bis wo sich die Vogesen von dem Juragebirge scheiden. Frühe schon wird diese Burg unter den Besitzungen des Hauses in dem Breisgau erwähnt und es behaupten mehrere Schriftsteller, daß Graf Albrecht IV., genannt der Weise, im Anfang jenes Jahrhunderts mit seiner Gemahlin Hellwig, einer Gräfin von [288] Kyburg, hier gewohnt, so wie auch, daß Letztere hier ihren herrlichen Sohn Rudolf, den ersten Kaiser aus dem Habsburgischen Geschlechte, geboren habe. Kaiser Friedrich II., der sich damals in Breisach aufhielt, sey dann nach Limpurg gekommen, um als Zeuge der Taufe des Knaben beizuwohnen, den er später in Italien zu kriegerischen Thaten weihte. Auch besuchte noch in spätern Jahren Rudolf diese Stätte seiner Geburt.

Die Zeit ihrer Zerstörung ist unbekannt; wahrscheinlich fiel die Burg, wie die von Burkheim, unter Ludwigs XIV. verheerenden Geschossen.

(Vergl. Max v. Rings: „Malerische Ansichten der Ritterburgen Teutschlands.“ S. Baden, 2tes Heft.)