Maiklage

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Textdaten
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Autor: Ludwig Uhland
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Titel: Maiklage
Untertitel:
aus: Gedichte von Ludwig Uhland, Seite 15–16
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1815
Verlag: J. G. Cotta’sche Buchhandlung
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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Quelle: MDZ München = Commons.
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Maiklage.


Leuchtet schon die Frühlingssonne
Ueber See und Aue hin?
Hat zur Stätte stiller Wonne
Sich gewölbt der Zweige Grün?

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Ach! die Gute, die ich meine,

Schenkt mir keinen Maienstral,
Wandelt nicht im Blüthenhaine,
Ruhet nicht im Quellenthal.

Ja! es waren schönre Zeiten,

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Als in buntbekränzten Reihn

Hirten mit den süßen Bräuten
Walleten zum Opferhain;
Als die Jungfrau, Krüge tragend,
Oft zum kühlen Brunnen trat,

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Und der Wandrer, sehnlich fragend,

Sie um Trunk und Liebe bat.

Ach! das Toben roher Stürme
Riß den goldnen Frühling fort.
Schlösser stiegen auf und Thürme,

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Traurig saß die Jungfrau dort;

Lauschte nächtlichem Gesange,
Sah hinab in’s Schlachtgewühl,
Sah es, wie im Waffendrange
Ihr getreuer Streiter fiel.

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Und ein Alter, dumpf und trübe,

Lagerte sich auf die Welt,
Das die schöne Jugendliebe
Wie ein Traum befangen hält.
Im Vorübereilen grüßen

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Sich mit Blicken, voll von Schmerz,

Die sich fest und ewig schließen
Möchten an das treue Herz.

Welkt, ihr Blumen und ihr Bäume,
Höhnet nicht der Liebe Schmerz!

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Sterbet auch, ihr Jugendkeime!

Schmachte hin, du volles Herz!
In die öde Nacht der Grüfte
Sinkt, ihr Jünglinge, hinab!
Flieder wallen in die Lüfte,

40
Rosen blühn um euer Grab.