Melpomene/Band 1/068 Bei dem Grabe einer Frau, die sieben Jahre lang krank war

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aus: Melpomene
Seite: Band 1, S. 224–226
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[224]

68. Bei dem Grabe einer Frau, die sieben Jahre lang krank war.

Melod. V.

Töne traurig, dumpfe Sterbeglocke!
Bei dem Grabe unsrer Schwester hier.

1. Ach wie war es ihr schon lange
In dem Herzen eng und bange!
Und in tiefer Trauer klagen wir.

2. Namenlose Leiden waren
Ihre Qual seit sieben Jahren,
Und es fand kein Mittel sich dafür.
[225]
3. Und im Haupte, wie im Herzen,
Quälten sie die größten Schmerzen,
Und nur selten wurde Lindrung ihr.

4. Endlich schlug, o frohe Kunde!
Ihres Lebens letzte Stunde,
Und vollendet war ihr Leiden hier.

5. Langsam ward ihr Athem schwächer,
Und sie trank den Todesbecher,
Den ihr Gottes Hand zu trinken gab.

6. Ihre abgezehrte Hülle
Findet Ruhe nun und Stille
Hier in diesem neugewölbten Grab.

7. Doch mit gottergebnem Herzen
Trug sie auch die größten Schmerzen
Stets mit wahrer christlicher Geduld;

8. Und bereute ihre Sünden,
Voll der Hoffnung: dort zu finden
Beim Gerichte Gottes Vaterhuld.

9. Auch empfieng vor ihrem Ende
Sie die heil’gen Sakramente,[1]
Und erhielt Verzeihung ihrer Schuld.

10. Dieses Alles kann uns trösten:
Daß sie dort bei den Erlößten
Hab gefunden Gottes Gnad und Huld.

11. Wollt ihr nun nach diesem Leben,
Euch zur Seligkeit erheben,
O so müßt ihr wahre Buße thun;
[226]
12. Und dem Höchsten zu gefallen
Stets die Bahn der Tugend wallen,
Um im Himmel ewig auszuruhn.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: Sakrament