Nachtbilder (Eichendorff)

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Textdaten
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Autor: Joseph von Eichendorff
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Titel: Nachtbilder
Untertitel:
aus: Aus dem Leben eines Taugenichts und das Marmorbild. Zwei Novellen nebst einem Anhange von Liedern und Romanzen. S. 252-253
Herausgeber:
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1826
Verlag: Vereinsbuchhandlung
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Erscheinungsort: Berlin
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Universitätsbibliothek Greifswald, Signatur: 520 Bn 420; Djvu auf Commons
Kurzbeschreibung:
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[252]

 Nachtbilder.

 I.
Ich wandre durch die stille Nacht,
Da schleicht der Mond so heimlich sacht
Oft aus der dunklen Wolkenhülle,
Und hin und her im Thal

5
Erwacht die Nachtigall,

Dann wieder alles grau und stille.

O wunderbarer Nachtgesang:
Von fern im Land der Ströme Gang,
Leis Schauern in den dunklen Bäumen –

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Wirr’st die Gedanken mir.

Mein irres Singen hier
Ist wie ein Rufen nur aus Träumen.

 II.
Er reitet Nachts auf einem braunen Roß,
Er reitet vorüber an manchem Schloß:

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Schlaf’ droben, mein Kind, bis der Tag erscheint,

Die finstre Nacht ist des Menschen Feind!

Er reitet vorüber an einem Teich,
Da stehet ein schönes Mädchen bleich
Und singt, ihr Hemdlein flattert im Wind,

20
Vorüber, vorüber, mir graut vor dem Kind!


Er reitet vorüber an einem Fluß,
Da ruft ihm der Wassermann seinen Gruß,
Taucht wieder unter dann mit Gesaus,
Und stille wird’s über dem kühlen Haus.

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25
Wenn Tag und Nacht in verworrenem Streit,

Schon Hähne krähen in Dörfern weit,
Da schauert sein Roß und wühlet hinab,
Scharret ihm schnaubend sein eigenes Grab.