Noch einmal „sprachliche Mißverständnisse“

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Textdaten
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Autor: Rudolph Kleinpaul
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Titel: Noch einmal „sprachliche Mißverständnisse“
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 32, S. 512
Herausgeber: Ernst Keil
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Erscheinungsdatum: 1868
Verlag: Verlag von Ernst Keil
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Erscheinungsort: Leipzig
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Quelle: Scans bei Commons
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[512] Noch einmal „sprachliche Mißverständnisse“. In Bezug auf die in Nummer 28 der Gartenlaube mitgetheilten sprachlichen Mißverständnisse erlaube ich mir, die geehrte Redaction noch auf zwei Fälle ähnlicher Art aufmerksam zu machen.

1. Mul bedeutet im Plattdeutschen sowohl Maul als Haufen. Aus Mißverständniß hat man daher aus einen: Haufenwerfer, dem Mulwurf, einen Maulwurf gemacht, während derselbe doch bekanntlich sein Maul zu dem Aufwerfen dieser Haufen gar nicht gebraucht;

2. Schepken heißt im Plattdeutschen Schäfchen und Schiffchen. Nur in der letzteren Bedeutung kann die Redensart einen Sinn haben: Sein Schepken in’s Trockene bringen. Durch den Gleichklang verführt, hat man das Wort aber im Hochdeutschen mit „Schäfchen“ übersetzt.

Dr. Rudolph Kleinpaul.