Platz am Tisch

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: *
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Platz am Tisch
Untertitel:
aus: Die Gartenlaube, Heft 41, S. 707
Herausgeber: Adolf Kröner
Auflage:
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1888
Verlag: Ernst Keil’s Nachfolger in Leipzig
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Leipzig
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Scans bei Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo.png Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite


[707] Platz am Tisch. Da steht eine junge Hausfrau an der Tafel, die sie für ihre „erste Gesellschaft“ decken soll. Das Eßzimmer ist geräumig, und der Tisch kann durch Einschieben von Koulissenbrettern nach Belieben länger gemacht werden. Wie soll sie ihn decken, wie viel Bretter einschieben, wie viel Platz jedem Gaste an der Tafel einräumen? Das sind Fragen, die ihr durch den Kopf schwirren. Soll sie die Tafel möglichst ausdehnen, um zu zeigen, wie groß ihre Hauseinrichtung ist? Wir wollen ihr helfen und ihr mittheilen, daß es auch „Rathgeber“ für solche Fragen des Lebens giebt und daß sie von der Lektüre einer Reihe sehr anziehender Plaudereien „Im Bürgerhause“ von Cornelius Gurlitt sehr entzückt sein würde. In diesem im Gilbersschen Verlage in Dresden erschienenen Büchelchen sind auch „Tischfragen“ berücksichtigt. Es ist eine alte Regel, daß jede Person, knapp gerechnet, die Breite zweier Teller, also ungefähr 60 Centimeter, für sich braucht; bei mehr als 75 Centimeter Entfernung von der Mitte eines Sitzes zu der eines anderen wird schon der Eindruck des Leeren an der Tafel entstehen.

Das sind einfache, leicht zu merkende Zahlen, welche alle Zweifel beim Tischdecken rasch zu lösen vermögen. – Wir können bei dieser Gelegenheit noch andere „Tischfragen“ berühren. Wie breit soll der Tisch sein? Der Möbelwaarenhändler bietet uns verschiedene Breiten zur Auswahl an. Welche paßt wohl am besten für das Bürgerhaus? Da lautet die Antwort: Tische, die schmäler sind als ein Meter, werden sich zu eng erweisen, aber man sollte nicht über 1,25 Meter Breite hinausgehen, weil alsdann die größere Breite die Unterhaltung in der Gesellschaft und die gegenseitige Bedienung im Familienkreise stört. – Wie viel freien Raum müssen wir hinter der Stuhllehne für die Bedienung lassen? Die Antwort lautet: mindestens 60 Centimeter, und daraus ergeben sich wiederum Anhaltspunkte für die Größe des Eßzimmers. – Ja, das Metermaß wird beim Miethen und Einrichten neuer Wohnungen zu wenig gebraucht, und doch unterstützt es so wesentlich das Auge, und dessen Anwendung ist so sehr geeignet, uns vor allen möglichen Enttäuschungen zu bewahren.
*