Produktionen des Panmelodikon’s

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Textdaten
Autor: unbekannt
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Titel: Produktionen des Panmelodikon’s
Untertitel:
aus: Neue Fränkisch-Würzburgische Chronik. Fortgesetzt von Joseph Anton Oegg, vormaligen Domstifts-Archivar. 1810. Fünftes Jahr. S. 281 f., 527 ff., 672, 748 f.
Herausgeber: Joseph Anton Oegg
Auflage:
Entstehungsdatum: 1810
Erscheinungsdatum: 1810
Verlag: Carl Philipp Bonitas
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Erscheinungsort: Würzburg
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Quelle: Google und Commons
Kurzbeschreibung: Nachrichten über Auftrittsorte und Vorführungen (Produktionen) von Franz Leppichs Panmelodikon
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[aus No. XVIII. Würzburg den 5ten May. unter Kunstkultur:]

[281]
7)
Panmelodion.

Franz Leppich aus Müdesheim im Groß-Herzogthume Würzburg Landgerichts Arnstein gebürtig, hat ein Tasten-Instrument erfunden, welches durch bloße Schwingungen metallner Stäbe die reinsten und schmelzendsten Töne erzeugt, [282] die durch eine leise Behandlung der Tastatur geweckt, sich in mannichfaltige noch nie gehörte Harmonie auflösen. – Der Künstler hält sich dermalen in Wien auf, wo er sein Instrument, welches nach dem Urtheile der Kenner und Tonkünstler alle bisher bekannte Instrumente übertreffen soll, – mit größtem Beyfalle zeigt.


[aus No. XXXIV. Würzburg den 25ten August. unter Zeitgeschichte:]

[527]
1)
Produktionen des Panmelodikon’s
Von Franz Leppich
(aus Müdesheim Großhz. Landg. Arnstein)
zu München und Augsburg.

Der Erfinder des Panmelodikons, unser Landsmann, der geschickte Mechaniker Franz Leppich[1] fährt fort auf seinen Reisen den ungetheilten Beyfall seiner Erfindung von allen Kunstkennern und Freunden der Musik einzuärndten. Gegen das Ende des Monats Junius (am 26.) hielt sich derselbe in Gesellschaft des Kompositeurs und Virtuosen auf dem Pianoforte Hrn. Konradin Kreutzer in München auf. Die Königl. Baier. Nationalzeitung liefert uns verschiedene interessante Beyträge zur Geschichte dieser Erfindung, und Resultate der geschehenen Produktionen.

Das genannte Blatt kündigte in Nro. 151. die Ankunft des Künstlers auf die ausgezeichneteste Art an: „Die Herren Franz Leppich, Mechaniker, und Konradin Kreutzer, Klavier-Virtuos [528] und Kompositeur (sagt es) sind mit dem von ersterem in Wien erbauten, vom letzterem gespielten Tasteninstrumente (Panmelodicon genannt) hier angekommen, und werden wahrscheinlich die Silbertöne, dieses in mehreren Blättern so sehr gerühmten Instrumentes hören lassen. – Stäbe von Messing, die durch die Tasten dem Zilinder näher gebracht, und mittelst eines Tritt- und Schwungrades in Bewegung gesezt werden, worauf sich die Stäbe reiben, und so in Vibration kommen, geben diese bezaubernden Töne. Die Angabe, die Entstehung, die Art und Lieblichkeit des Tones, ist ganz einzig und noch nie gehört. Man glaubt zuweilen die Töne eines sanften Klarinetts, zuweilen aber hallende Töne der Waldhörner zu hören, jedoch übertrifft es diese weit an Reinheit. Es hat den großen Vorzug vor allen andern Tasteninstrumenten, daß die Dauer, des Anwachsen und Abnehmen des Tones, – die Seele der Musik – ganz in der Willkühr des Spielers liegt.“

Nach Anzeige Nro. 153. der Baier. Nationalzeitung, wurde Leppichs Panmelodicon durch das meisterhafte Spiel des Herrn Kreutzer am [529] 30sten Junius Abends vor einer zahlreichen und glänzenden Versammlung des Münchner Adels in dem Hotel Sr. Excellenz des Französischen Ministers Hrn. Grafen von Narbonne produzirt. — „Die reinen sanften schmelzenden Töne dieses Instrumentes (heißt es in dem gedachten Blatte) welches die Wirkung mehrerer blasenden Instrumente auf die angenehmste Art nachahmt, und so vollstimmig als die Orgel ist; der ganz originelle, sinnreiche und doch äußerst einfache Bau desselben, und sein gefälliges Aeußere erregten allgemeine Bewunderung und Vergnügen, und das seelenvolle Spiel des Hrn. Kreutzer entsprach vollkommen dem Werthe und dem eigenthümlichen Charakter dieses bezaubernden Instrumentes.“ Nach der Anzeige desselben Blattes wollte Leppich noch ein großes Conzert im Königl. Hof- und National-Theater geben.

Mit gleichem Beyfalle wurde dieses Instrument in Augsburg aufgenommen, wo dasselbe am 7. Julius Nachmittags bey Sr. Churfürstl. Durchlaucht von Trier, und Abends in dem Saale des Gasthofes zu den 3 Mohren mit allgemeiner Bewunderung gehöret ward. Der Künstler mußte seine Produktionen am 8. und 9. wiederholen, und war Willens am 10. über Ulm nach Luzern, mit Hrn. Kreutzer abzureisen, wo er am 16. Julius einzutreffen dachte.


[aus No. XXXXIII. Würzburg den 27ten Oktober. unter Kunstkultur:]

[672]
8)
Fortsetzung
der Nachrichten von Leppich’s Panmelodikon.

Die Augsburger Post-Zeitung Nro. 242 vom 9ten October l. J. liefert uns aus einem Schreiben von Bern am 1. Octob. folgenden Beytrag:

Gestern besuchte die Kaiserin Josephine von Neufchatel aus die reizende Petersinsel im Bielersee, auf welcher weiland Hans Jakob Rousseau einige Jahre lang nach Wahrheit und nach Kräutern geforscht hatte. Ihre Majestät waren durch die Naturschönheiten dieser Insel ganz bezaubert, und als sie in den auf einer Anhöhe stehenden Pavillon hinein traten, wurden Sie von den sanften himmlischen Tönen des Panmelodikon der Herren Kreuzer und Leppich überrascht. Letzterer erhielt den Auftrag, für die Kaiserin ein solches Instrument zu verfertigen, und er hofft, dasselbe im nächsten Winter zu Paris, wohin er sich begiebt, zu Stande zu bringen.


[aus No. XXXXVIII. Würzburg den 1ten Dezember. unter Zeitgeschichte:]

[748]
3)
Herrn Leppich’s
des Erfinders des Panmelodikon’s Aufenthalt in seinem Vaterlande.

Seit dem 21. November haben wir das Vergnügen, unseren in diesem vaterländischen [749] Blatte[2] öfters gerühmten Landesmann Herrn Leppich — den Erfinder des allgemeine Bewunderung erregenden Panmelodikons in unserer Mitte zu sehen. Derselbe wird am 1. Dec. in dem Theaterhauße ein großes Vocal- und Instrumental-Concert geben, wobey desselben Begleiter der berühmte Fortepiano-Spieler und Tonsetzer Hr. Kreutzer durch die meisterhafte Behandlung dieses in seiner Art einzigen Instrumentes uns den gesehnten Genuß der nie gehörten Zaubertöne erschaffen wird. Die liberale Offenheit des Erfinders wird die Redaction in den Stand setzen, dem vaterländischen Publikum nicht nur nähere Nachrichten von mehreren seiner bisher bekannt gewordenen Erfindungen, sondern auch noch von desselben neuester Erfindung zur Vervollkommnung des Panmelodikons — ehestens mittheilen zu können.


  1. S. Nro. XVIII. 7. und XXIV. 5. der Fränkisch-Würzburgischen Chronik.
  2. Siehe Chron. 1810 Nro. XVIII. XXIV. und XLIII.