RE:Δακτύλου μνῆμα

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2021
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Δακτύλου μνῆμα, erwähnt von Paus. VIII 34, 2 auf dem Wege von Megalopolis nach Messene als ein mässig hoher Erdaufwurf, auf dem sich ein Finger aus Stein befunden habe. Pausanias erzählt, dass sich Orestes, als er vom Wahnsinn befallen sei, hier einen Finger abgebissen habe. Diese Deutung des Δ. μ. auf die Orestessage ist offenbar durch den Umstand veranlasst, dass sich in der Nähe ein Eumenidenheiligtum befand, in dem auch von Orestes erzählt wurde (Paus. a. a. O.). Belger (Archaeolog. Anzeiger 1892, 64; Die mykenische Localsage von den Gräbern Agamemnons und der Seinen, Progr. des Friedrichsgymnasiums zu Berlin 1893, 9) denkt vielmehr richtig an einen Erdhaufen, d. h. ein Grab, in dem ein Phallos steckte (vgl. hierzu A. Koerte Athen. Mitt. XXIV 1899, 9).

[Kern.]