RE:Χειρονομία

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 22242225
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Χειρονομία, kunstgerechte Bewegung der Hände und Arme a) beim Tanze (χειρονομεῖν = maniis oder bracchia iactare). Xen. symp. II 19 [2225] wird es daher zu ὀρχεῖσθαι in Gegensatz gestellt. Eine graziös rhythmische Bewegung der Hände war eine unerlässliche Ergänzung des Tanzes und wird häufig mit diesem zusammen erwähnt: Lucr. IV 767. Prop. IV 8, 41f. Ovid. fast. III 536. Iuven. 5, 120. Eustath. Il. 121, 3. Hesych. s. χειρονόμος. Anth. Pal. V 129, 3f. Kolluth. V 2. Von Hippokleides erzählt Herodot VI 129 das Bravourstück, dass er, den Kopf auf einen Tisch stützend, die χ. mit den Füssen ausgeführt habe. Da diese Mimik offenbar stets gewisse Gedanken und Gefühle zum Ausdrucke bringen sollte, eine Kunst, die im Pantomimus der Römer ihren Gipfel erreicht hat, erhält χ. gelegentlich die allgemeine Bedeutung Gebärdensprache, Aelian. v. h. XIV 22. Cass. Dio XXXVI 13 (vgl. Orchestik, Pantomimus). Wenn sie von Athen. XIV 631 c (Eustath. 957, 47) mit der πυῤῥίχη] (s. d.) gleichgesetzt wird, so beweist diese Anwendung die Wichtigkeit der Armbewegung bei diesem den Waffenkampf nachahmenden Tanze und baut eine Brücke zu b) der zweiten Art der χ. beim Faustkampfe (vgl. Πυγμή): der Ausfall mit der Faust und die verschiedenen Arten der Parade, oft gleichgesetzt der σκιαμαχία (s. d.), Plat. leg. VIII 830 c. Plut. symp. IX 15, 1. Paus. VI 10, 3. Dio Chrys. or. ad Alex. 32. Heliod. Aeth. IV 1. Krause Gymn. u. Agon. Ι 510. II 810. Sittl Gebärden 242, 2. Emmanuel L’orchestique grecque 94f.