RE:Ἀμφίπρυμνοι

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1953
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Ἀμφίπρυμνοι[WS 1] (δίπρυμνοι) νῆες, Schiffe, welche vorn und hinten mit Steuerung versehen waren, so dass sie, ohne zu wenden, über Bug oder Heck abfahren konnten, wobei jeweilig das Hinterteil zum Vorderteil wurde und umgekehrt; daher auch δίπρῳροι[WS 2] oder ἀμφίπρῳροι genannt. So eingerichtet waren (mit Rücksicht auf die Enge des Fahrwassers in Flussbetten) die nach Tac. ann. II 6 von Tiberius zum Kriege gegen die Germanen erbauten Fahrzeuge, wie solche auch bei den Germanen selbst gebräuchlich waren (vgl. Tac. Germ. 44); ebenso nach Tac. hist. III 47 die Schiffe der Barbaren am Pontus. Seeschiffe der Byzantier zur Zeit des Septimius Severus, welche . waren, erwähnt Dio Cass. LXXIV 11, 3. Für Riesenfahrzeuge, wie das Nilschiff (δαλαμηγός) des Ptolemaios Philopator und desselben Tessarakontere (Ath. V 204 A. E) musste eine solche doppelte Steuerung zur Vermeidung des infolge der grossen Rumpflänge sehr mühsamen und langwierigen Wendens besonders vorteilhaft, ja notwendig sein. Dass auch die Rettungsbote im Altertum (wie heutzutage) als . eingerichtet waren (um das bei hohem Seegange sehr gefährliche Wenden zu vermeiden), berichtet Hesychios.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. transkribiert: Amphiprymnoi.
  2. Siehe auch Δίπρῳρος im Band V erster Reihe, Sp. 1161.