RE:Ὀμανοί

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XVIII,1 (1939), Sp. [1939 345]
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Ὀμανοί werden von Ptolemaios an einer einzigen Stelle II 11, 10 (= 262, 1 Cuntz) als Teilstamm des großen ostgermanischen Lugierstammes genannt, und da auch Tac. Germ. 43 verschiedene Teilstämme der Lugier nennt, hat man die Ὀ. mit den von Tacitus genannten Manimi zusammengebracht, Literatur bei Schönfeld Wörterb. 160. 177; o. Bd. XIV S. 1145. Schönfeld o. Bd. XIII S. 1715 hält die Lugier für eine Kultgenossenschaft, zu der auch die Ὀ. (oder οἱ Μανοί) oder Manimi gehörten; s. auch L. Schmidt Gesch. d. deutsch. Stämme I 354. Muchs etymologische Deutung des Namens, P. B. B. XVII 26, die schon von Hirt P. B. B. XXI 145 zurückgewiesen wurde, ist jetzt um so hinfälliger, als Cuntz an der sehr verderbten Ptolemaiosstelle als beste Lesart Ἰόμαννοι in den Text aufnimmt. Damit wären die Ὀ. aus der Liste der germanischen Stämme zu streichen.