RE:Alsium

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1639–1640
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Alsium (Ἄλσιον, Einwohner Alsiensis; nur des Metrums halber Alsius bei Sil. Ital. VIII. 475. Rutil. Namatian. I 223), eine der ältesten Städte Etruriens, nach Dionys. Halic. I 20 schon von den Pelasgern und Aboriginern bewohnt, an der Küste und der Strasse von Rom nach Centumcellae (It. Ant. p. 301). Den Namen scheint Silius a. a. O. (Argolico dilectum litus Haleso) mit einem sonst nicht genannten Heros Halesus in Verbindung zu bringen. Doch findet sich die erste historisch sichere Erwähnung erst zum J. 507 = 247, in welchem Colonisten hineingelegt wurden (Vellei. I 14, 8). Im J. 547 = 207 stellte die Stadt ein Contingent gegen Hannibal (Liv. XXVII 38, 4). Sonst wird A. erwähnt bei Flor. I 11, 6 sowie von den Geographen (Strab. V 225. Plin. n. h. III 44. 51. Ptolem. III 1, 4) und Itineraren (Ant. p. 301. Tab. Peut. Geogr. Rav. IV 32. V 2 , wo corrupt Astium). Als Stadt unbedeutend, wird es hauptsächlich genannt wegen der glänzenden Villen an der Küste. Schon im J. 629 = 125 wurde M. Aemilius Porcina vom Censor L. Cassius wegen seiner allzu prächtigen Villa bei A. gestraft (Val. Max. VIII 1 damn. 7); später hatten Pompeius und andere Freunde Ciceros (Murena, Sallustius, Silius, Dida) Villen daselbst (Cic. pro Mil. 54; ad famil. IX. 6, 1. 2; ad Attic. XIII 50, 3–5). Aus der Kaiserzeit kennen wir eine Villa des Verginius Rufus welche später die Schwiegermutter des jüngeren Plinius ankaufte (Plin. ep. VI 10, 1); eine andere der Kaiser aus dem antoninischen Hause (CIL XI 3720 ein T. Aelius Eutychus procurator Aug(usti) n(ostri) [1640] villae Alsiensi(s)), in welcher Fronto seine Schrift de feriis Alsiensibus schrieb (Fronto p. 223ff. Naber). Eine Inschrift vom J. 210 (CIL XI 3716) ist dem Septimius Severus gesetzt von den decuriones coloniae Alsiensis. Vielleicht ist A. zu erkennen in dem 120 Stadien westlich von Rom gelegenen χωρίῳ Ἀλγηδόνι, welches Totila im J. 547 besetzte, um gegen Portus zu operieren (Proc. bell. Goth. III 22; dazu Nibby Dintorni di Roma I 129. Gregorovius Gesch. Roms I⁴ 426). Bedeutende Ruinen von Villen bei dem mittelalterlichen Castell Palo. Vgl. Nibby Dintorni di Roma III 527ff. Lateinische Inschriften CIL XI 3716–3726.