RE:Anaxibia 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2081–2082
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3) Füllfigur in der dorischen Umgestaltung der Pelopidensage (s. Agamemnon; vgl. Robert Bild u. Lied 190), gilt als Tochter des Pleisthenes (Hes. frg. 116 Kink. Schol. Eur. Or. 4) und der Kleolla (Hes.) oder der Eriphyle (Schol. Eur.); sie ist Schwester des Agamemnon, Gattin des Strophios und Mutter des Pylades (Asios frg. 5 Kink. Schol. Eur. Or. 765. 1233).

Dass Nr. 1–3 identisch seien, kann man bei dem Charakter einer solchen Füllfigur nicht sagen. Jedenfalls ist A. in allen drei Fällen nachträglich an die Stelle einer anderen Überlieferung getreten; als Pelias Gattin nennt Tzetz. Lyk. 175 die Amphiontochter Philomache; als Nestors Gattin gilt schon bei Homer (Od. III 452) Eurydike, die Tochter des Klymenos, und als Gattin des Strophios wird sonst Kydragora (Schol. Eur. Or. 33) oder Astyocheia (Hyg. fab. 117) genannt, die unter dem Drucke der Pelopidensage ebenfalls als Schwestern des Agamemnon erscheinen (Kydragora [2082] als Atreus Tochter und Gattin des Krisos, also Mutter des Strophios, Schol. Eur. Or. 1233). Vgl. Seeliger Die Überlieferung der griech. Heldens. bei Stesichoros (Progr. St. Afra, Meissen 1886) 22. Auch wurden Nr. 1–3 mehrfach durcheinander geworfen; so heisst Nr. 2 Schwester des Agamemnon und Tochter des Pleisthenes bei Dictys I 1, und eine Tochter heisst sowohl bei Nr. 1 wie bei Nr. 2 Peisidike.