RE:Anaximandros 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2085–2086
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2) Anaximandros von Milet der jüngere (FHG II 67. Diog. Laert. II 2) verfasste eine prosaische Darstellung der Heldensage, welche den [2086] gleichen Titel wie das Werk des Hekataios (Harp. p. 5, 10) erhielt (ἐν τῇ Ἡρωολογίᾳ Athen. XI 498 b; vgl. Strab. XI 508), in ionischem Dialekt, das der Grammatiker Apollodor von Athen noch las (Bekker Anecd. 783). Die pythagorisierende Symbolik, die seltsamerweise im 5. Jhdt. auch in Ionien Boden gewann, wovon Ion von Chios und Andron von Ephesos Zeugnis ablegen, ergriff auch ihn, so dass er eine Erklärung der pythagoreischen Sprüche verfasste (Συμβόλων Πυθαγορείων ἐξήγησις Suid.). Suidas Angabe, dass er unter Artaxerxes Mnemon (405/4–359/8) lebte, ist kein Hindernis der sich aufdrängenden Vermutung, dass er der von Xenophon (symp. 3, 6) genannte Genosse des Thasiers Stesimbrotos in der hyponoetischen Erklärung Homers ist.