RE:Appius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 242
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Appius, ursprünglich die römische Form für den sabinischen Namen Attius, der durch Attius Clausus (so Liv. II 16, 4. X 8, 6, nach andern Attus oder Atta, vgl. den Artikel Attius) nach Rom kam und während der Republik den patricischen Claudiern eigentümlich blieb. Appius ist durchaus der Form nach (vgl. Lucius, Manius) wie der Verwendung nach Praenomen. Wenn abweichend von der sonstigen römischen Weise A. auch zu Ableitungen benutzt wird, die gewöhnlich vom Stammnamen gebildet werden, wie in via Appia, aqua Appia, Forum Appii, Appianus, so ist der Unterschied lediglich dadurch begründet, dass A. infolge seiner Beschränkung auf ein einziges Geschlecht in weit höherem Grade den ursprünglichen Charakter des Individualnamens bewahrte, als die Masse der römischen Praenomina. In der Kaiserzeit erweitert sich der Gebrauch von A. als Praenomen; so finden wir es z. B. bei den Iunii (Appius Iunius Silanus cos. 28 n. Chr.) und den Annii (z. B. bei Appius Annius Gallus, seiner Tochter Appia Annia Regilla und überhaupt in dieser und ihres Gatten Ti. Claudius Atticus Herodes Verwandtschaft; vgl. Dittenberger De Herodis Attici monumentis Olympicis, Hal. 1892, IX). Daneben erscheint Appius als nomen gentile sowohl in den letzten Zeiten der Republik als unter der Kaiserherrschaft, im allgemeinen nur bei untergeordneten Leuten, doch vgl. Sex. Appius Severus Nr. 17.