RE:Arachotos 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 369–370
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2) Die alte Hauptstadt der Satrapie Arachosia, der Sage nach von Samiramis unter dem Namen Κωφήν oder Cufis erbaut. Steph. Byz. Plin. VI 92; dieser Name verrät jedoch indischen Ursprung und bezieht sich eher auf Κωφηνή, sin. Ki.pin, das Land an der Kubhâ oder Kâbul. Nach den Bematisten Alexanders bei Plinius VI 61 und nach Eratosthenes bei Strab. XI 514 war die Stadt Arachotoi einerseits von Prophthasia der Drangai 4520 Stadien (565 m. p.), anderseits von der τρίοδος hinter Ortospana 3000 Stadien (375 m. p.} entfernt. Alexander gründete ἐν Ἀραχώτοις nach Steph. Byz. zwei Städte Alexandreia; Isidoros nennt zuerst eine Alexandropolis am Ostende von Sakastene, dann hinter Chorochoad (jetzt Češmeh), die am A. gelegene hellenische Landesmetropole [370] Alexandropolis (jetzt Kandahâr); Ptolemaios unterscheidet wohl nur irrtümlich A. und Alexandreia – wie sonst, wird auch hier Alexander dem bisherigen Satrapensitz seinen Namen beigelegt haben, es müsste denn in Χοροχοάδ des Isidoros der einheimische Name von Haraqaiti stecken. Die noch heute wichtige Stadt Kandahâr, arabisch Qunduhâr, vielleicht so benannt nach dem parthischen Teilfürsten Gondophares, der hier um 30 n. Chr. seinen Sitz hatte, liegt im Bezirke Panğwaï von Arrokkhağ.