RE:Aradriphe

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 372373
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Aradriphe (Ἀραδρίφη, var. Ἀραδρίσπη), Stadt im südöstlichen Winkel von Medien unter 93° 20′ Länge und 34° 45′ Breite (Ptol. VI 2, 18), wie eine zusammenhängende Betrachtung der Positionen des Ptolemaios zeigt, am Vereinigungspunkte [373] zweier Hauptverkehrsstrassen gelegen, deren eine aus Norden kommend Rhaga-Europos zum Ausgangspunkte hatte, während die andere von Ekbatana nach Südosten führte. Diese Lage macht es in hohem Grade wahrscheinlich, dass A. dem jetzigen Iṣfahân gleichzusetzen ist oder in der Nähe desselben gesucht werden muss (so schon Mannert Geogr. d. Griech. u. Röm. V 2, 129). Damit steht die Entfernung A.s von Ekbatana (2620 Stad. = 485 km.) im Einklange, während die A.s von Rhaga-Europos (nur 967½ Stadien = 179 km.) dem zu widersprechen scheint; denn wir kommen mit dieser, selbst in der Luftlinie, nur bis Kâšân, das noch 160 km. von Iṣfahân entfernt ist: dies erweist sich aber als das Resultat einer willkürlichen Distanzverkürzung, zu der Ptolemaios durch seinen geographischen Schematismus (über den ich demnächst an anderer Stelle handeln werde) und seine fehlerhafte Ansetzung von Rhaga-Europos (viel zu weit südlich) veranlasst worden ist. Mit A. und Iṣfahân ist vielleicht identisch die Station Orubicaria (Orudicaria schreibt Tomaschek S.-Ber. Akad. Wien CII 1883, 160) der Tab. Peut. (XII 2 Miller; Crubicaria Geogr. Rav. p. 44, 18 P.), deren Entfernung Ecbatanis Partiorum 88 Parasangen (nicht römische Millien, vgl. Tomaschek a. a. O. 146) d. h. 2640 Stadien = 488 km. beträgt.