RE:Araithos

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 374
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Araithos von Tegea (FHG IV 318. 319. 670. Susemihl Litt.-Gesch. I 644. Robert Eratosth. Cataster. 227; die durch CIA I 433 verbürgte Form Ἄραιθος ist erhalten Schol. Apoll. Arg. II 498 und steckt in arethus bei Hygin. astron. II 1. 6, in δίεθος oder δίαιθος Schol. Il. III 175 und in ἀρῆθος Schol. Rhes. 36; meist ist Ἀρίαιθος überliefert), schrieb eine Localgeschichte von Arkadien (Dionys. ant. I 49 τῷ γράψαντι τὰ Ἀρκαδικά), die für arkadische Altertümer das massgebende Buch geworden zu sein scheint. Da von dem Aristarcheer Parmeniskos (vgl. Robert a. a. O.) und von Dionys von Halikarnass, die ihn benützen, nicht anzunehmen ist, dass sie jüngere und jüngste Antiquare der Beachtung für wert hielten, muss er ziemlich hoch, vielleicht bis ins 4. Jhdt. hinaufgerückt werden; die Bildung des arkadischen Bundes im J. 370, die von Tegea ausging, wird die Notwendigkeit, dass Arkadiens Altertümer von einem Arkader dargestellt wurden, bald erwiesen haben. A. ist öfters Pherekydes gefolgt (frg. 4 = Pherek. frg. 9; frg. 1 = Pherek. frg. 86), gelegentlich mit leichter Correctur (vgl. Schol. Od. X 495 mit Pherek. frg. 50), hat aber auch Orphisches aufgenommen (Aither Pans Vater frg. 5 und, aus den Scholien zu Theokrit. I 3, Serv. Georg. I 16. Calpurn. I 123), daneben natürlich arkadische Localsagen (die Nymphe Oinoe frg. 5, vgl. Paus. VIII 30, 3. 47, 3); ein drastisches Zeugnis für den arkadischen Localpatriotismus ist frg. 2. Die Kyrenesage (frg. 4) war berührt wegen der Zusammenhänge Arkadiens mit Kyrene (vgl. Studniczka Kyrene 15.120).