RE:Ardeatina via

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 613
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Ardeatina via, Vicinalstrasse von Rom nach Ardea, 24 mp.: in den Itinerarien nicht erwähnt, wohl aber in den Strassenverzeichnissen am Ende der Notitia und des Curiosum (Jordan Topogr. II 570). Sonst kommt sie nur noch vor bei Festus p. 282 M: retricibus cum ait Cato... significat aquam eo nomine quae est supra viam Ardeatinam inter lapidem secundum et tertium, qua inrigantur horti infra viam Ardeatinam et Asinariam usque ad Latinam; ferner in der Inschrift CIL VI 13074 = Orelli 4566. Doch lässt sich ihr Lauf aus den Resten noch mit ziemlicher Sicherheit feststellen. Die Strasse ging aus von der Porta Naevia der Serviusmauer (südlich von S. Saba auf dem Aventin); an ihr lag ohne Zweifel der grosse Rundbau eines Grabes vielleicht aus der frühen Kaiserzeit, welcher noch in der Vigna Guerrieri (früher de Cavalieri: Nolli Pianta di Roma f. 40, vgl. Note di ruderi e mon. antichi per la pianta di G. B. Nolli ed. de Rossi p. 40 nr. 1611) hinter den Caracallathermen erhalten ist. In der Aureliansmauer hatte die V. A. eine posterula, ohne Türme. Die Angabe des Poggio (de var. fortunae 1. 23 bei Urlichs Cod. topogr. 242), dass dieselbe zu seiner Zeit (1440) vermauert eine sonst nie erwähnte Restaurationsinschrift des Arcadius und Honorius, gleich der Portuensis und Tiburtina, getragen habe, ist wohl irrig. Die Befestigungen der A. da Sangallo (ca. 1535) haben alle antiken Reste in dieser Gegend spurlos verschwinden lassen (Pläne derselben, noch unediert, in der Sammlung der Uffizien in Florenz; s. Hülsen Röm. Mitt. 1895). Weiter überschritt die V. A. den Almo, durchkreuzte die Tenuta di Tor Marancia (wo sich über den Katakomben der Domitilla die alte Basilica der hl. Petronilla ad viam Ardeatinam erhob) und ging dann durch die Tenuta Cecchignola-Castel di Leva-Solfatara d’Altieri (lucus Fauni?) ziemlich in der Richtung N.S. auf Ardea. Antike Ortschaften fehlen auf der ganzen Strecke. Die Verödung, welcher die ganze Gegend westlich der Appia schon früh anheim fiel, hat dazu beigetragen, die V. A. schon im frühen Mittelalter unpraktikabel zu machen: die alten an ihr gelegenen Basiliken besuchte man von der Appia, nach Ardea gelangte man auf einem Seitenwege der Strasse nach Antium (von Fonte di Papa). Aus dem gleichen Grunde ist aber das Pflaster der V. A. auf weite Strecken verhältnismässig gut [614] erhalten. Vgl. Westphal Röm. Campagna 19–27. Nibby Dintorni di Roma² III 559–563. Tomasetti Archivio della soc. Romana di storia patria 1879, 385–408. 1880, 135–142. De Rossi Roma sotterranea II, descrizione, del cimitero di Callisto 1–17.