RE:Arimanius

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 825
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Arimanius (Ἀρειμάνιος, Ἀρειμάνης Agathias, Suid.; Ἀρειμaνής Hesych.). Ein persischer Gott, der Anrō-Mainyus (d. h. niederschmetternder Geist) des Avesta, welcher gegen Ahura-Mazda (s. Oromasdes) an der Spitze der verderblichen Mächte, die er geschaffen hat, den Krieg führt, und erst nach langem Kampfe erliegen soll. Im Gegensatz zu jenem höchsten Gott ist er der Geist des Bösen, der Finsternis und der Lüge. Die Griechen, welche doch über sein Wesen richtig und genau informiert waren, stellten ihn unpassend dem Hades gleich (Aristot. de anim. procr. 27 und bei Diog. Laert. prooem. 6. Theopomp. [?] bei Plutarch de Iside et Os. 46. Eudem. bei Damascius de pr. princ. § 125 b = I 322 Ruelle; vgl. Agathias I 7, 18. II 24, 62 D.). Mit den Mithrasmysterien ist der A. in das römische Reich eingedrungen und sein Name erscheint auf einigen Inschriften (Rom CIL VI 47; Aquincum CIL III 3414f., vielleicht auch Eburacum Eph. ep. III 77 = Rhein. Jahrb. LVIII 1876 Taf. VIII), aber schon diese Stiftungen zeigen, wie viel der abendländische Gott von dem des Avesta verschieden war, da man im Mazdeismus den bösen Geistern keinen Kult widmete (vgl. doch Plut. a. O.). S. Mithras.