RE:Aristeas 13

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 878879
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13) Angeblich Befehlshaber der Leibwache des Ptolemaios Philadelphos (283–247 v. Chr.) und, als Demetrios Phalereus, der Bibliothekar, beim König die Übertragung des Gesetzes der Juden ins Griechische angeregt hatte, nach Jerusalem zum Hohenpriester Eleasar mit herrlichem Geschenken [879] abgesandt, um ein Exemplar des Gesetzes und geeignete Dolmetscher zu erbitten. Die 72 Übersetzer, die ihn begleiten, vollziehen die Arbeit auf der Insel Pharos in 72 Tagen, und der Text, der bei allen übereinstimmend lautet, erwirbt sich das höchste Lob von Juden und Heiden. Diese Geschichte erzählt A. in einem ausführlichen Briefe an seinen Bruder Philokrates. Natürlich ist der Brief eine – wohl um 200 v. Chr. von einem ägyptischen Juden unternommene – Fälschung zur Verherrlichung des jüdischen Gesetzes und der jüdischen Weisheit, die aber nicht blos bei den Juden (Aristobulos um 180 v. Chr., Philo, Josephus), sondern erst recht bei den Kirchenvätern im Morgen- und Abendland begeisterten Glauben gefunden hat und im Interesse der buchstäblichen Inspiration jener Übersetzung fortgebildet worden ist. Text: Mor. Schmidt in Merx Archiv f. wiss. Erforsch. d. A. T. I 1869, 241–312. Litteratur: Gallandi Bibl. vet. patr. II 1788 und Schürer Gesch. d. jüdischen Volkes II² 1886, 819–24.