RE:Asteas 2

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
korrigiert  
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Band II,2 (1896), Sp. 1779
Asteas in der Wikipedia
Asteas in Wikidata
Linkvorlage für WP   
* {{RE|II,2|1779||Asteas 2|[[REAutor]]|RE:Asteas 2}}        

2) Ἀσστέας, unteritalischer Vasenmaler des 4. Jhdts., nach dem Fundort der meisten seiner Werke wahrscheinlich in Paestum thätig. Er ist der Hauptvertreter, vielleicht sogar der Schöpfer der specifisch campanischen Vasenmalerei, die zwar an den tarentinischen Vasenstil anknüpft, aber sich durch grössere Plumpheit und vor allem den übermässigen Gebrauch bunter, häufig greller Deckfarben von ihm unterscheidet und künstlerisch weit hinter ihm zurücksteht, Winnefeld Bonner Studien 166ff. Auch die Tracht der Figuren, namentlich die der Frauen, ist die campanische; vgl. die capuaner Grabgemälde Mon. d. Inst. X 55. Von den fünf mit der Künstlersignatur des A. versehenen Gefässen enthalten drei geläufige Darstellungen aus der Heldensage (Phrixos und Helle in Neapel nr. 3412 Heyd. Bull. nap. N. S. VII 3. 4; Herakles bei den Hesperiden ebd. nr. 2873. Millin Peint. d. vas. I 3, beide aus Paestum; Kadmos Drachenkampf ebd. nr. 3226. Millingen Uned. anc. Mon. 25 aus S. Agata de’ Goti), zwei illustrieren unteritalische Bühnenspiele (Wahnsinn des Herakles, Madrid, Mon. d. Inst. VIII 10 aus Paestum; Phlyakenscene Berlin nr. 3044f. Furtwängler Vasenkatalog S. 848. Heydemann Arch. Jahrb. I 1886, 282, nach Michaelis Journ. of hell. stud. 1885, 40 aus S. Agata de’ Goti, nach Heydemann aus Nola). Diese sämtlichen Vasen auch in den Wien. Vorlegebl. Ser. I 7. VIII 12. B 1-3. Ausserdem hat v. Rohden Baumeisters Denkm. III 2007 dem A. mit Recht auch die unsignierte Orestesvase (Millin Peint. d. vas. II 67. 68. Overbeck Her. Gall. XXIX 9 u. ö.) zugewiesen. Für die Rückseiten verwendet A. ausschliesslich bakchische Scenen. Von Gefässformen gebraucht er die beiden Arten des Kraters, einmal auch die Colossalform der Lekythos. W. Klein Griech. Vas. mit Meistersignaturen² 206ff.