RE:Atabulus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896) Sp. 1886
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Atabulus. So nennt Horaz sat. I 5, 78 einen heissen, trockenen Wind (torret A.) seiner apulischen Heimat, meint also doch den Scirocco, der nach den Erklärern heut dort den Namen Altino führen soll (s. z. B. Orelli-Mewes z. d. St.). So in die Litteratur eingeführt – den Provincialismus tadelt Quintilian VIII 2, 13 – wird A. dann gelegentlich neben anderen Lokalnamen von Winden genannt, Sen. n. q. V 17, 5. Plin. n. h. XVII 232. Gell. n. a. II 22, 25. Galen (in Hippocr. περὶ χυμῶν) XVI 400 Kühn ἀτάβουλος (Kaibel Herm. XX 594). Als gesundheitschädlichen Wind kennt den Calaber A. Sidonius ep. I 5, 8 (vgl. Ideler Meteorologia veterum 126f.). Die anderen angeführten Stellen enthalten nichts weiteres zu seiner Charakteristik, nur dass seine Schädlichkeit auch von Seneca und Plinius (von diesem speciell für den Pflanzenwuchs, vgl. Horat. carm. III 23, 5) betont wird. Dasselbe thun die Scholiasten zu der Horazstelle, die demgemäss das Dialektwort (messapisch? Nissen Ital. Landesk. I 389) als τὴν ἄτην βάλλων direct aus dem Griechischen deuten, vgl. den ebenfalls sciroccohaften pestilens Africus Horat. carm. a. a. O. (Serv. Aen. VIII 710 heisst es von dem ,von Apulien her‘ wehenden Iapyx-Argestes: hic in Apulia pestilens est, eine offenbare Verwechslung mit diesem apulischen Scirocco). Nissen a. a. O.