RE:Barbanna

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 2855
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Barbanna, der Ausfluss aus dem Labeatissee, Liv. XLIV 31, 3; er bespült die Mauern Skodras auf der Westseite, vereinigt sich am Südende der Stadt mit dem von Nordosten kommenden Clausal (s. d.) und strömt dem Drinus zu, welcher sich ins Mare Hadriaticum ergiesst. Der Fluss heisst seit der slavischen Zeit Bojána, bei den Albanen Buáne, in lateinischen Urkunden des Mittelalters auch Bolliana. Zur Zeit des Gentius floss der Drinus direct gegen Westen ins Meer, und dieser Lauf hat sich zu verschiedenen Zeiten, zum letztenmal wieder seit 1859, eingestellt, während sonst die Hauptmünde südwärts an Lissus (Alessio) vorbeifloss. Von einem Eigenlauf der B. spricht Vibius Seq. (Geogr. lat. min. ed. Riese p. 147): Barbanna Illyrico mari permiscetur. Der Sprachgebrauch im Mittelalter schwankt; die italienischen Seekarten verzeichnen südlich von Ulcinium die Mündung des fl. Drino in den golfo dello Drino; die ragusanischen Urkunden nennen hier die Abtei S. Nicolo de la foza, de Drino oder de Bolliana; und in slavischen Urkunden heisst das südliche Ufergelände Zadrimije, das nördliche bis Škodra Zabojána.