RE:Caracalla 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 1565–1566
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2) ein kurzer, nur den Oberkörper [1566] bedeckender, mit einer Kapuze versehener Überwurf. Dies ergiebt sich aus dem, was über den Ephod, ἐπωμίς, superhumerale, der Hebraeer gesagt wird, er gliche einer C. aber ohne Kapuze, palliolum in modum caracallarum sed absque cucullo, Hieron. ep. 64, 15. Eucher. instr. 2, 10; vgl. Gloss. Mai Cl. auct. VI 525 b. Der Ephod aber ist ein kurzer, über Brust und Rücken herabhängender Überwurf. Daher Corp. Gloss. III 338, 52 καρακάλλιον cuculla, indem der kurze Überwurf nur als Anhängsel der Kapuze betrachtet wird. Ferner Corp. Gloss. V 275, 26 caracalla vestis sine manicis auro texa (letzterer Zusatz unverständlich). Damit stimmen die Preisangaben des Ed. Diocl. Hier werden 26, 120—139 leinene C. für Frauen (138) je nach der Güte des Stoffes mit 3500—600 Denaren für den ἱστος (dessen Bedeutung nicht ganz klar ist, der aber jedenfalls zu der Grösse des Kleidungstückes in Beziehung steht) tarifiert, und zwar die drei geringeren Sorten mit 1000—600, in gleicher Höhe mit den drei entsprechenden Sorten der coxalia, Lendentücher. Es muss also auch die C. ein nicht umfangreiches Kleidungstück gewesen sein. Für die wollene C. maior und minor wird 7, 44. 45 der Arbeitslohn auf 25 und 20 Denare bestimmt, ziemlich gleich dem für Beinkleider (20 Denare, 7, 46), während ein Birrus 60 und 40 kostet (7, 42. 43); auch dies führt auf ein Kleidungstück geringen Umfanges.

Eine besondere Art C. war die, welche der danach benannte Kaiser erfand, selbst trug, beim Heer einführte und nach einigen Nachrichten an das Volk verteilte. Cass. Dio LXXVIII 3, 3. Hist. Aug. Car. 9, 7. Aur. Vict. Caes. 21, 1. Hist. misc. X 23. Jord. Rom. 277. Hieron. chron. 2229. Diese reichte bis auf den Boden (talares Aur. Vict., demisso usque ad talos Hist. Aug.). Dio Cassius vergleicht sie mit der μανδύη, einem langen Mantel, der mit der Paenula verglichen wird. Ael. Dionys. bei Eust. ad Odyss. 1854. 34. Poll. VII 60. Hist. Aug. Comm. 16, 6 vgl. mit Cass. Dio LXXII 21, 3. Dass auch diese C. Antoniniana (Hist. Aug. Car. 9, 8. Aurel. Vict. Hier. aa. OO.) mit einer Kapuze versehen war, ist aus dem Namen zu schliessen; wie sie sich sonst von der Paenula unterschied, ist unbekannt; sie blieb auch später üblich (Hist. Aug. a.a. O.). Marquardt Privatl.² 582. Blümner Maximaltarif 113. 171. Die Untersuchung bei Daremberg-Saglio Dict. des Ant. II 915 ist verfehlt, weil auf einer irrigen Vorstellung vom Ephod beruhend.

[Mau.]