RE:Casia 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 16501651
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2) Daphne cneorum L., ein niedriger Strauch. Nämlich die casia des Hyginus, welche zu Kränzen verwandt wurde (Verg. ecl. II 49), hiess auch cneorum (Plin. XXI 53), und heute heisst Daphne cneorum L. in Italien cneoro. Damit steht nicht in Widerspruch, dass die beiden Arten des κνέωρος, welche Theophrastos (h. pl. VI 1, 4. 2, 2; vgl. Plin. XXI 55) anführt, eine weisse und eine schwarze, wohl Daphne Tartonraira L. = Thymelaea Tartonraira All. und Passerina hirsuta L. = Thymelaea hirs. Endl. sind und Dioskorides (IV 170) κνέωρος mit θυμέλαια = Daphne gnidium L. identifiziert. Nach Plinius (XVI 136) sollte die casia, welche er selbst freilich für die echte hielt, auch im nördlichen Italien (XVI 136) gedeihen und in Rom angepflanzt werden, ja er wollte sie sogar am Rhein in den Bienengärten angepflanzt gesehen haben (XII 98). Selbst Columella (III 8, 4) glaubte die echte casia an mehreren Stellen in Rom wachsen gesehen zu haben. Es war aber jedenfalls die bezeichnete Daphneart, welche in den Gärten Italiens angepflanzt wurde (Col. X 301), und zwar zur Nahrung für die Bienen (Verg. ge. IV 30. Plin. XXI 70), oder auch wild wachsend den Bienen Nahrung gewährte (Verg. ge. II 213. [1651] IV 182). Vielleicht war auch der κνέωρος, mit welchem die Bienenstöcke, nachdem das Volk ausgeflogen war, geräuchert wurden, um ihnen einen angenehmen Geruch zu verleihen (Geop. XV 2, 37), dieselbe Pflanze.

[Olck.]