RE:Chenoboskia

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 2235–2236
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Chenoboskia (Χηνοβοσκία, τὰ Χηνοβόσκια, Χηνοβόσκιον) [2236] , ägyptische Stadt, in der Thebaïs auf dem rechten Nilufer zwischen Kainepolis (Keneh) und Lepidotonpolis (El Meschaïk) gelegen, Ptol. IV 5, 72. Alex. Polyhist. bei Steph. Byz. Itin. Ant. 165 (Cenoboskio). Tab. Peut., nach der Not. dign. or. XXXI 47 Standort der ala Neptunia. In der älteren Ptolemaeerzeit gehörte Ch. zu dem Gau von Ptolemais Hermeiu (aeg. Psoi, jetzt Menschieh), Grenfell An Alexandrian erotic fragment, Oxford 1896 nr. 42, 14; daher wurde dort auch, wie in Psoi, das Krokodil als heilig verehrt, Alex. Polyhist. a. a. O. Zur Zeit des Geographen Ptolemaios gehörte Ch. zum Nomos Panopolites, die Vita Pachomii nennt es dagegen eine κώμη des Nomos Diospolites, womit wohl der Gau der gegenüber liegenden Stadt Diospolis mikra gemeint ist In der koptischen Version desselben Textes wird als einheimischer Name des Ortes Schenesēt angegeben, die arabische Übersetzung giebt bald diesen bald den griechischen Namen mit sch statt mit ch anfangend, wohl nach ägyptischer Aussprache, da in den meisten ägyptischen Worten ursprüngliches ch in sch übergeht. Der altägyptische Name ist unbekannt, der heutige arabische lautet Kasr es Saijād. Amélineau Géogr. de l’Égypte 431. In der Nähe finden sich Felsgräber von mächtigen Gaufürsten aus den Zeiten des alten Reiches, in denen die Centralgewalt des Königtums zu Gunsten der Macht der Territorialherren geschwächt war. Baedeker Ägypten 1897, 218.