RE:Cochlear 1

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 156–157
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Cochlear. 1) Für Löffel sind zwei Namen überliefert, c. und ligula, und zwar ist C. der kleinere Löffel, Martial. VIII 33, 23. 71, 10, wo es als Saturnaliengeschenk vorkommt; als Mass Plin. n. h. XXIII 76 u. a., s. u. Nr. 2. Dementsprechend sind auch die mehrfach, namentlich in Pompeii, gefundenen Löffel, aus Knochen, Bronze und Silber, zweierlei Art: grössere, mit länglichem Behälter, deren Stiel in einen Tierfuss oder in ein ornamentales Motiv ausläuft, und kleinere, mit flachem, kreisrundem Behälter und geradem, in eine Spitze auslaufenden Stiel. Unzweifelhaft ist letztere Form das C., welches nach Martial. XIV 121 zum Essen von Eiern und Schnecken diente. Entscheidend ist das pompeianische Bild Helbig 1668: zwei Eier, darüber [157] der Eierbecher und über diesem gekreuzt zwei Löffel dieser Form. Wegen der Eier vgl. noch Petron. 33. Plin. n. h. XXVIII 19. Die Schnecken ass man wohl mit der Spitze; ohne Zweifel mit Recht leitet Martial a. O. von diesem Gebrauch den Namen ab. Abbildungen von C. in der sonst unbrauchbaren Schrift Pagano La ligula, Napoli 1830. Mus. Borb. X 46, danach Marquardt Privatl.² 314. Emele Beschreibung röm. und deutscher Altert, aus Rheinhessen, Mainz 1833. Erster Bericht über die vom Altertumsverein Kempten vorgenommenen Ausgrabungen, Kempten 1888. Vgl. noch Becker-Göll Gallus III 392.

[Mau.]