RE:Constantia 14

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 958959
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Constantina (Tochter Konstantins des Großen) in der Wikipedia
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14) Älteste Tochter Constantins d. Gr. Sie heisst Constantia bei Ammian. XIV 7, 4. Zosim. II 45, 1. Petr. Patric. frg. 16. Zonar. XIII 8 p. 16 B. Philostorg. III 22. 28. IV 1 = Migne G. 65, 512. 516. Mommsen Chron. min. I 237, Constantiana bei Anon. Val. 6, 35, Constantina [959] bei Ammian. XIV 11, 22. XXI 1, 5. Vict. epit. 42, 1. Joh. Monach. pass. S. Artem. 14 = Mai Spicilegium Romanum IV 350. Darnach ist der ersten Namensform der Vorzug zu geben, umsomehr als sie der verbreiteten Sitte entspricht, die ältesten Kinder nach dem Grossvater zu benennen. C. hatte schon bei Lebzeiten ihres Vaters das Diadem und den Titel Augusta erhalten (Philostorg. III 22. 28) und war ihrem Vetter Hannibalianus vermählt, der 337 ermordet wurde (Ammian. XIV 1, 2. Anon. Val. 6, 35. Philostorg. III 22). Nach der Usurpation des Magnentius veranlasste sie, um ihm ein Gegengewicht zu schaffen, den Vetranio, am 1. März 350 in Sirmium den Purpur zu nehmen, und wusste brieflich ihren Bruder Constantius zu bewegen, dass er ihn anerkannte (Philostorg. a. O. Mommsen a. O. Joh. Monach. pass. S. Artem. 11). Magnentius bewarb sich um ihre Hand, um so mit dem Hause Constantins seinen Frieden zu schliessen, wurde aber von Constantius abgewiesen (Petr. Patric. frg. 16). Als Gallus 351 zum Caesar erhoben wurde, vermählte sie sich mit ihm in Sirmium (Joh. Monach. pass. S. Artem. 12. Zosim. II 45, 1. Zonar. XIII 8 p. 16 B. Vict. epit. 42, 1) und gebar ihm später eine Tochter (Iulian. epist. ad Athen. 272 D). In Antiochia, wo er seine Residenz nahm, soll sie die Hauptanstifterin seiner Mordthaten gewesen sein (Ammian. XIV 1, 2. 3. 8. 7, 4. 9, 3. 11, 22. Philostorg. III 28. Zonar. XIII 9 p. 18 D. 19 A). Da Constantius ihn zur Verantwortung nach Italien an seinen Hof entbot, reiste sie voran, um ihren kaiserlichen Bruder zu besänftigen, starb aber unterwegs 354 in dem bithynischen Orte Coenon Gallicanon (Joh. Monach. pass. S. Artem. 14. Ammian. XIV 11, 6. Philostorg. IV 1. Zonar. XIII 9 p. 19 B; vgl. Itin. Ant. 141) und wurde bei Rom an der Via Nomentana begraben (Ammian. XXI 1, 5).