RE:Constantiana

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,1 (1900), Sp. 959–960
Pauly-Wissowa IV,1, 0959.jpg
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Constantiana (griechisch Κωνσταντιανά bei Prokop, aber Κωνσταντιαναί Hierokles p. 3 Burckh. nach der besten Hs. und die kirchl. Liste bei de Boor Ztschr. f. Kirchengesch. XII 531), Stadt in Niedermoesien am Pontos Euxeinos. Der Name dieser Stadt begegnet uns zuerst in der Zeit Iustinians, der nach Procop. de aedif. IV a. E. in [960] Thrakien am schwarzen Meer neben anderen Forts auch C. herrichten liess, dann bei Hierokles a. a. O., bei dem in der ἐπαρχία Σκυθίας der Ort Κωνσταντιαναί sich findet. Constantios Porphyrogennetos de them. II 1, der die Liste des Hierokles ausschreibt, lässt Κωνσταντιαναί aus, obwohl die Zahl der von ihm hier aufgeführten Städte – ιε – mit der des Hierokles stimmt. Die schon erwähnte kirchliche Liste, welche de Boor herausgegeben hat, führt gleichfalls in der ἐπαρχία Σκυθίας unter den Bischöfen auch den von C. (ὁ Κωνσταντιανῶν) an. Zu beachten ist, dass in den kirchlichen Listen der Sitz des Metropoliten Tomis ist; diese letztere Stadt hat also offenbar unter ihrem alten Namen fortbestanden. Nun ist es ja bekannt, dass das alte Tomis heute rumänisch Konstantza, türkisch Küstendĵe heisst, weshalb Kiepert Lehrb. d. alt. Geographie 328 u. a. glaubten, dass Tomis später C. genannt sei. Offenbar ist aber der Sachverhalt so, dass C. in der Nähe des alten Tomis gelegen war und dass dessen Name auf die an Stelle des alten Tomis erstandene neue Stadt übertragen ist. Die von Mannert Geographie d. Gr. u. Röm. VII 127 versuchte Identification von Istros und C. ist sicher verkehrt, schon weil das letztere wegen der Übertragung seines Namens auf den vom alten Tomis innegehabten Ort doch in der Nähe dieses letzteren gesucht werden muss.