RE:Danake

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2092–2093
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Danakes (δανάκη oder δανάκης, altpersisch dānαka), nach Poll. IX 82 eine persische Münze, nach Hesych. und Etym. M. s. v. eine Barbarenmünze, die etwas mehr als einen (attischen) Obolos galt. Daher bei Suidas und im Etym. die aus Kallimachos geschöpfte Notiz, dass eine D., wie sonst ein Obolos, den Toten als Fährgeld über den Acheron in den Mund gelegt wurde. Die Form δανάκης bieten Poll. a. a. O. und das Etym. In einem bei Suidas in den meisten Hss. angefügten Fragmente ist statt δανικόν vielleicht δανάκιον zu lesen, woraus sich ergeben würde, dass die D. in Antiocheia in Syrien eine landesübliche Münze gewesen ist, nach Brandis Münz-, Mass- und Gewichtswesen in Vorderasien 235, 1 ein nicht zu verachtender Zusatz. Auch die Hälfte der D., das ἡμιδανάκιον, wird von Hesychios als νόμισμα ποιόν erwähnt. Brandis a. a. O. 234f. hat erkannt, dass die D. und andere unter persischer Herrschaft wahrscheinlich in Syrien geprägte Silbermünzen der phönicischen Währung angehören. Diese beruhte in Vorderasien auf einem Silbergewichte, das gleichwertig mit einem Sechzigstel des Goldschekels war. Da es sich um persische Münzen handelt, haben wir von dem Schekel Goldes königlicher Norm, und zwar, wie sich sofort zeigen wird, von dem leichten Schekel oder Dareikos (s. d.) auszugehen. Ein Sechzigstel von dessen Normalgewichte beträgt 0,140 g., mithin musste, da im persischen Reiche das Gold 131/3 mal so hoch als das Silber stand, die gleichwertige Silbermünze 1,87 g. wiegen. Die Hälfte davon ist die D. im Normalgewichte von 0,93 g., wozu das ἡμιδανάκιον von 0.46 g. kommt. Es galt also die D. = 1/120 und das ἡμιδανάκιον = 1/240 des Dareikos. Dazu kamen als grössere Silberstücke das Achtfache der D., normal = 7,48 g., und das Zweiunddreissigfache, normal = 29,92 g. [2093] Setzen wir statt der Normalgewichte die thatsächlichen, erheblich niedrigeren Münzgewichte ein und vergleichen dieses königlich persische Silber mit anderen Ausprägungen nach phönicischem Fusse, so beginnt die Reihe mit einem Grossstücke im Maximalgewichte von 28,30 g. und im Werte von 4/15 Dareikos. Dieses Silberstück wird im phönicischen System als ein doppeltschwerer Schekel und seine Hälfte als ein schwerer, sein Viertel als ein leichter Schekel oder nach griechischer Auffassung als ein Didrachmon bezeichnet. Solche Schekel = 7,48 g. normal, im Werte von 1/15 Dareikos erscheinen mit dem Maximalgewichte von nahezu 7 g.; ausserdem als Achtel dieses Schekels die schon erwähnten Danaken, im Werte von 1/120 Dareikos, mit einem Maximalgewichte von 0,90 g. Auch das ἡμιδανάκιον im Maximalgewichte von 0,37 g. kommt vor. Brandis a. a. O. 226ff. 234f. 424ff. Hultsch Metrol.² 592f.; Abh. Gesellsch. der Wiss. Leipzig XVIII 2 (1898), 71. 73. 76f. 107f. Unter den letzten Achaemeniden traten neben die D. und ihre Hälfte Kupfermünzen, wobei das Silber wahrscheinlich zum 120fachen Werte des Kupfers gerechnet wurde. Hultsch Metrol. 593, 3.

Die Normalgewichte des Danakengeldes sind, da sie vom Dareikos abhingen, nach der königlichen Gewichtsnorm gegeben, die um 1/36 höher stand als die ursprüngliche nach dem ägyptischen Kitegewicht bemessene Norm. In den Prägungen Vorderasiens, mochten sie nun auf der ursprünglichen oder auf der etwas höheren königlichen Norm beruhen, traten bald so erhebliche Abknappungen im Münzgewicht ein, dass der Unterschied zwischen den beiden Normen völlig verwischt wurde. Hultsch Abh. a. a. O. 75ff. Es ist daher gestattet, den schweren phönicischen Silberstater, d. i. die Hälfte des persisch-syrischen Grossstückes, im thatsächlichen Gewichte von reichlich 14 g., = 16 D., und den babylonischen Silberstater von ungefähr 11 g., der sich zum phönicischen Silberstater wie 3:4 verhielt, = 12 D. zu setzen. Demnach galt die auf einen halben babylonischen Stater ausgebrachte königlich persische Silbermünze, die wir als medischen Siglos kennen, = 6 D.