RE:Dekadrachmon

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band IV,2 (1901), Sp. 2413
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Dekadrachmon, eine Silbermünze im Gewichte von 10 Drachmen. Diese von den Neueren gebildete Benennung stützt sich auf die Analogie von δίδραχμον, τρίδραχμον u. s. w.; auch ist auf σῖτος δεκάδραχμος, d. i. ein Getreidequantum zum Preise von 10 Drachmen, bei Aristot. oecon. II 1352 b 14 hinzuweisen (vgl. Hultsch Metrol.² 245, 1). Die Ausprägung des D. hat in Athen wahrscheinlich kurz vor den Perserkriegen begonnen und ist sowohl in der Zahl der ausgemünzten Stücke als der Zeit nach beschränkt gewesen. Bekannt sind nur wenige Exemplare, die alle etwa der Periode der Perserkriege angehören. Head HN 311f.; Catalogue of Greek Coins, Attica S. XXV 6 Taf. III 1. Friedlaender und Sallet Das Kgl. Münzcabinet nr. 59. Hultsch Metrol.² 217f. 220f. Mit Athen wetteiferte Syrakus im J. 480/79 durch die dem attischen Fusse folgende Prägung des Damareteion (s. d.). Reichlicher wurden daselbst in der Periode von ungefähr 430—360 Dekadrachmen ausgemünzt (ebd.). Auch von Akragas sind einige Zehndrachmenstücke erhalten (Holm Gesch. Siciliens III 621). Später liess Alexander, als er in Makedonien die Silberprägung nach attischem Fusse einführte, auch das D. wieder aufleben (Metrol. 245). Bei einem Normalgewichte von 43,66 g. ist der Wert des D. auf 7,86 Mark anzusetzen (ebd. 209f. 235. Hermann-Blümner Griech. Privataltertümer³ 447). Ein Münzgewicht von 15,72 g., das sich zum leichten babylonischen Silberschekel ursprünglicher Norm wie 36:25 verhielt, hat einer von den Karthagern in Hispanien geübten Prägung in Gold, Silber und Potin zu Grunde gelegen und ist als Vierfaches einer Drachme von 3,93 g. angesehen worden. Ausser dieser Drachme und deren Hälfte sind Stücke von 1½, 2, 3 u. s. w. bis 12 Drachmen ausgemünzt worden. Dem D. in Silber, dessen Wertäquivalent in Gold vielleicht 1 Drachme war, kam ein Normalgewicht von 39,30 g. zu. Zobel de Zangroniz M.-Ber. Akad. Berl. 1863, 248ff. Hultsch Metrol.² 424ff.; Abh. Gesellsch. der Wissensch. Leipzig XVIII 2 (1898), 144ff.