RE:Derbani

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band V,1 (1903), Sp. 237
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Derbani (Δερβανοί), ein kleiner Volksstamm in Dalmatien, der bereits in der republicanischen Zeit Rom tributpflichtig gewesen ist, sich aber dann allen Verpflichtungen entzogen hatte; wurde durch die Niederwerfung der mächtigen Delmaten so in Schrecken versetzt, dass er sich dem heranmarschierenden Octavian im J. 33 v. Chr. freiwillig unterwarf (Appian. 111. 28. G. Zippel Die röm. Herrschaft in Illyrien 234. V. Gardthausen Augustus und seine Zeit I 328). Da die D. weder von Plinius noch von Ptolemaios unter den Stämmen Dalmatiens erwähnt werden, dürfte ihr Vorort bald als Stadtgemeinde organisiert worden sein. Derselbe ist wohl identisch mit der vom Geogr. Rav. 218, 3 genannten Station Derva. W. Tomaschek suchte sie, Mitt. der geograph. Gesellschaft in Wien 1880, 559 (vgl. 553 und o. Art. Anderba), im Gacko polje (an der hercegovinisch-montenegrinischen Grenze); Gardthausen setzt a. a. O. die D. in Montenegro an. Meines Erachtens viel zu südlich; ich möchte sie in der Nähe der Delmaten ansetzen, weil sie sich gleich nach dieser Völkerschaft ergaben. H. Cons La province Rom. de Delmatie 146f. gleicht Derva mit Arduba und Nikšić in Montenegro.