RE:Fausta 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VI,2 (1909), Sp. 2084
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3) Flavia Maxima Fausta (Cohen Médailles impériales VII² 334 nr. 3), jüngere Tochter des [2085] Kaisers Maximian (Lact. de mort. pers. 27, 1. 30, 2. Eutrop. X 3, 2. Hieron. chron. 2324. Zosim. II 10, 6. 39, 1. Zonar. XII 33. XIII 1 p. 644 C. 1 B. Iulian. or. I 9 C. II 51 C) von der Syrerin Eutropia, die ihm auch den Maxentius geboren hatte (Vict. epit. 40, 12. Iulian. or. I 9 C). Sie selbst war in Rom geboren (Iulian. or. I 5 C), also jedenfalls nicht vor dem J. 293, da sich ihr Vater vorher nie in Italien aufgehalten hatte, wahrscheinlich erst 298, wo er zum erstenmal Rom besuchte (Seeck Geschichte des Untergangs der antiken Welt I² 22). Ist dies richtig, so müßte sie freilich schon als Neunjährige ihre Hochzeit mit Constantin gefeiert haben. Zwar tritt nach den römischen Gesetzen die Möglichkeit einer rechtsgültigen Ehe bei Frauen erst mit zwölf Jahren ein; doch bei der Kaisertochter mag man eine Ausnahme gestattet haben, umsomehr als politische Gründe eine Beschleunigung der Heirat wünschenswert machten. Auch paßt es zu einem so jugendlichen Alter, daß sie erst nach zehnjähriger Ehe, im J. 317, ihren ersten Sohn gebar (Seeck Ztschr. f. Numism. XXI 33). Schon bei Lebzeiten seines Vaters (Iulian. or. I 7 D), als Constantin noch ein Knabe, F. ein ganz kleines Kind war, hatte man sie miteinander verlobt und von ihnen beiden gemeinsam ein Doppelbildnis fertigen lassen, das im Palast des Maximian zu Aquileia aufgestellt wurde (Eumen. paneg. VI 6. 7). Die Hochzeit fand Anfang 307 in Gallien, wahrscheinlich in Arelate, statt, um das Bündnis, das Constantin mit Maximian gegen Galerius schloß, auch durch diese Familienverbindung zu besiegeln (Lact. de mort. pers. 27, 1. Zosim. II 10, 6). Eumenius hielt dabei die Festrede (paneg. VI). Die Ränke, die ihr Vater gegen ihren Gemahl gesponnen hatte, soll sie im J. 310 aufgedeckt und so den Untergang Maximians veranlaßt haben (Lact. de mort. pers. 30, 2ff. Zosim. II 11. Eutrop. X 3, 3. Hieron. chron. 2324; vgl. Zonar. XII 33 p. 644 C). Doch ist dies wohl ebenso fabelhaft, wie daß sie Constantin zum Götzendienst angehalten habe (Zonar. XIII 1 p. 1 B). Als im J. 317 Crispus und Constantin II., die beide von Konkubinen geboren waren, zu Caesares ernannt wurden, kam ihr der Titel noverca Caesarum zu; und diesen hat man ihr in entfernteren Gegenden auch noch gelassen, als einer ihrer wirklichen Söhne in das Herrscherkollegium eingetreten war (Dessau 710 = CIL X 678[1]). Dadurch mag der Irrtum des Zosimus (II 39, 1) veranlaßt sein, daß alle drei Nachfolger Constantins nicht ihre leiblichen Söhne gewesen seien. Doch von Constantius II. und Constans steht es fest, daß sie Enkel Maximians (Athan. ad mon. 44. 64; de synod. 18 = Migne Gr. 25, 744. 769. 26, 713. Iulian. or. II 51 C. CIL II 6209[2]. 4844[3]. III 5207[4] = Dessau 730. 723. 725) und folglich Söhne der F. waren (Iulian. or. I 9 B). Der erstere wurde am 7. August 317 in Illyricum, wahrscheinlich in Sirmium geboren (s. Bd. IV S. 1044); ihm scheint bald ein zweiter Sohn gefolgt zu sein, der schon in frühester Jugend starb (Seeck Ztschr. f. Numism. XXI 42); die Geburt des Constans muß etwa dem J. 323 angehören (s. Bd. IV S. 948). Bald darauf scheint sie sich in ein Verhältnis mit ihrem Stiefsohn Crispus eingelassen zu haben. Denn es steht fest, daß sie mit ihm zugleich oder sehr [2086] bald nach ihm im J. 326 auf Befehl ihres Gatten getötet wurde, und daß Untreue der Grund war. Doch werden die näheren Umstände sehr verschieden erzählt und waren dem Publikum, aus dem die erhaltenen Berichte stammen, wohl auch unzureichend bekannt. Vict. Caes. 41, 10; epit. 41, 11. 12. Zosim. II 29, 2. Sozom. I 5, 1. Joh. mon. vit. S. Artemii 45 = Migne G. 96, 1293. Philostorg. II 4. Zonar. XIII 2 p. 6 A. Eutrop. X 6, 3 (daraus Hieron. vir. ill. 80; chron. 2341. 2344). Ammian. XIV 11, 20. Apoll. Sidon. ep. V 8 (daraus Greg. Tur. I 36). Mommsen Chron. min. I 232. Joh. Chrys. in ep. ad Philipp. XV 5 = Migne Gr. 62, 295. Seeck Ztschr. f. wiss. Theologie XXXIII 63. V. Schultze Theolog. Literaturblatt 1890, 18.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Corpus Inscriptionum Latinarum X, 678
  2. Corpus Inscriptionum Latinarum II, 6209
  3. Corpus Inscriptionum Latinarum II, 4844
  4. Corpus Inscriptionum Latinarum III, 5207

Siehe auch den Artikel Fausta 4 von Werner Eck im Supplementband XIV, Sp. 118.