RE:Gerastios

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII,1 (1910), Sp. 1245
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Gerastios (Γεράστιος) oder Geraistios (Γεραίστιος), Monat in Kalaureia (IG IV 841, 12), in Kalymna (Bull. hell. VIII [1884] 34, 86), in Kos (Paton Inscr. of Cos 27; Athen. Mitt. XXIII [1898] 451, 2), in Lakedaimon (Thuc. IV 119, 1) und in Trozen (Athen. XIV 639 c). Nach Thuc. IV 118f. und V 19 deckt sich, wie Boeckh Zur Gesch. der Mondzyklen 86ff. ausgeführt hat, der Monat G. in Lakedaimon gelegentlich ungefähr mit dem athenischen Elaphebolion, sonst ist er als sein unmittelbarer Nachfolger anzusehen, hat somit in der Regel dem athenischen Munichion zeitlich entsprochen und die siebente Stelle des mit der Herbsttag- und Nachtgleiche beginnenden Jahres gehabt. Auch in den andern Orten, wo wir sein Vorkommen belegt finden, wird der G. derselben Jahreszeit angehören. Daß er aber im koischen Kalender sechster Monat des gleichfalls mit dem Herbstäquinoktium beginnenden Jahres gewesen sei, wie Paton meint und Herzog (Athen. Mitt. a. a. O.) bestätigt findet, ist noch nicht ausgemacht (Dittenberger Syll.², 940 Anm. 5).

Der Name Gera(i)stios hängt mit dem Feste des Poseidon Geraistios, Namens Geraistia, zusammen, das in Geraistos an der Südspitze Euboias gefeiert wurde (Schol. Pind. Ol. 13, 159); in Trozen ist eine πατριά unter dem Namen Γεραιστία bekannt (Bull. hell. X [1886] 141, 12. 145).