RE:Hasdrubal 5

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band VII,2 (1912), Sp. 2469–2470
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5) Gegen das Ende des ersten Punischen Krieges Volksführer in Karthago (Appian. Ib. 4), näherte sich dem Hamilkar Barkas, mit dem er nach dem verleumderischen Bericht des Liv. XXI 2, 3ff. Nep. Hann. 3 in unerlaubten Beziehungen gestanden haben soll, und heiratete dessen Tochter (Diod. XXV 103. Appian. Hann. 4). In Begleitung seines Schwiegervaters ging er im Frühjahr 237 mit nach Spanien (Appian. Hann. 4) und unterstützte ihn bei seinen dortigen Feldzügen. Später ward er von Hamilkar Karthago zu Hilfe geschickt und unterdrückte einen Numideraufstand (Diod. XXV 10). Vielleicht fällt in diese Zeit sein Versuch, die karthagische Verfassung zu stürzen, von dem Fabius Pictor bei Polyb. III 8, 1–4 berichtete: indessen ist die Sache zweifelhaft und wahrscheinlich nur aus Verleumdungen der antibarkinischen Partei entstanden. Nach Spanien zurückgekehrt, ward er nach Hamilkars gewaltsamem Ende vom Heere zum Oberfeldherrn gewählt (Ende 229) und von der karthagischen Regierung bestätigt (Polyb. II 1, 9). Er rächte zunächst den Tod seines Schwiegervaters (Diod. XXV 11f.) und setzte dann dessen Werk fort, wobei er mehr mit den Mitteln der Diplomatie als in offenem Kampfe erreichte (Polyb. II 36, 2. Liv. XXI 2, 5. Diod. XXV 11, 1); dazu gehörte auch seine Heirat mit einer spanischen Prinzessin (Diod. XXV 12). Um der punischen Macht einen festen Mittelpunkt zu geben, gründete er Neukarthago (Polyb. II 13, 2. Diod. XXV 12. Zonar. VIII 19. 402 a). Das Heer, für das er Ersatzmannschaften aus Afrika mitgebracht hatte (Appian. Ib. 6), verstärkte er ganz bedeutend [2470] (Diod. XXII 12), so daß er der karthagischen Regierung gegenüber eine völlig selbständige Stellung einnahm, zumal ihn auch die Spanier zum Oberbefehlshaber ernannt hatten (Diod. a. a. O.). Auch die Römer wagten ihn nicht anzugreifen, behandelten ihn vielmehr äußerst vorsichtig und begnügten sich, mit ihm den Ebrovertrag zu schließen (Polyb. II 13, 7), wodurch sich H. verpflichtete, den Ebro nicht zu überschreiten. Nicht lange nachher, im J. 221, nachdem er fast acht Jahre lang (so richtig Liv. XXI 2, 3, unrichtig neun bei Diod. XXV 12) den Oberbefehl geführt hatte, ward er von einem keltischen Sklaven (Polyb. II 36, 2), dessen Herrn er getötet hatte, auf der Jagd (Appian. Hann. 2) ermordet. Über ihn vgl. Neumann-Faltin D. Zeitalter der pun. Kriege 249–255. Meltzer Gesch. der Karthager II 404ff.