RE:Lysippe 6

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band XIV,1 (1928), Sp. [1928 45]
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6) Mutter des Myserkönigs Teuthras. Dieser tötete einen von Artemis Orthosia geschützten Eber, bekam deswegen eine Krankheit ἀλφός und wurde wahnsinnig, lebte scheu im Gebirge, wurde aber von dem Seher Polyidos, den seine Mutter L. zu ihm führte, geheilt; Ps.-Plut. de fluv. 21, 4 mit Einzelheiten, die hier übergangen sind, weil auch diese Geschichte wie die von L. Nr. 5 wertlos ist. Denn es ist eine Parallele zur Proitidensage, und zwar eine keck ersonnene, da nicht nur der Grundgedanke (s. o. L. Nr. 1), Frevel gegen die Gottheit, Krankheit, Wahnsinn, Heilung durch einen Seher, übernommen sind, sondern ganz ungeniert auch Einzelheiten: die Krankheit ἀλφὸς μετὰ μανίας haben auch die Proitiden (Hesiod. frg. 29 (54) Rz. Roscher Myth. Lex. II 2570 Anm. Rapp ebd. III 3007, 51), und auch der Name L. ist entlehnt; ferner ist für den Seher Melampus, der die Proitiden heilte, ein Melampodide eingesetzt. Möglicherweise war es ein pergamenischer Pseudogelehrter, der so keck erfand.